Erstellt am 04. Juni 2014, 00:01

von Bettina Eder und Doris Fischer

Taucher bergen Dreck. Säckeweise fördern Taucher Rückstände der Veranstaltung an Land – was raufkommt, fällt auch wieder runter.

Müllentsorger. Was die Taucher alles an den Tag bringen, ist in einem Video auf zu sehen.  |  NOEN, Erwin Wodicka - wodicka@aon.at

NEUFELD / Die lange Nacht der Feuerwerke ist verschossen, was blieb, sind Unmengen an Abfall – nicht nur auf den Wiesen, sondern auch am Grund des Neufelder Sees. „Unmengen an Material sind drinnen“, stellt Tauchschulbesitzer Günter Lorenc fest. Vom Veranstalter, der Seebetriebe GmbH, heißt es dazu, dass „nach solchen Veranstaltungen immer aufgeräumt wird. Mit der Tauchschule gibt es eine Kooperation“, so Geschäftsführerin Daniela Stoll. Die Kooperation beruht allerdings auf der Freiwilligkeit der Taucher: Lorenc bittet Tauchgäste, bei ihrem Tauchgang den Dreck einzusammeln und bei ihm abzugeben: „Ich renne den Leuten hinterher und statte sie mit Müllsäcken aus. Geld gibt es dafür keines.“

(c) Video von Florian Hutter

Alleine am Tag nach der Veranstaltung holten die freiwilligen Taucher – sie bekommen von der Seebetriebe GmbH die Luft für ihren Tauchgang zur Verfügung gestellt – drei Müllsäcke an Karton, Papier und Aluminiumkapseln, lauter Abfall von den Feuerwerksraketen, aus dem Wasser – ein Video, das die Taucher dabei gedreht haben, zeigt die unglaubliche Menge an Plastik, für dessen Beseitigung laut Lorenc die Taucher zwei bis drei Wochen brauchen werden. Aus dem Gemeindeamt ist derweil zu hören, dass „für die Badegäste keine Beeinträchtigung“ bestünde. Alle Auflagen und Genehmigungen würden aufliegen. „Ich halte das dennoch nicht für unproblematisch“, so Umweltanwalt Hermann Frühstück. Seine Einrichtung hatte sich bei der Verhandlung gegen diese Veranstaltung ausgesprochen, ohne Erfolg, die Behörde hatte sie genehmigt.

Vonseiten der Bezirkshauptmannschaft Eisenstadt-Umgebung heißt es, dass sie als Behörde als solches den Veranstaltungsort genehmigt hat. Von den Verschmutzungen wisse man hingegen nichts. Gleichzeitig wurde an den Veranstalter, die Seebetriebe GmbH, verwiesen.