Erstellt am 07. September 2011, 07:42

Taxi „pfiff“ auf Verletzten. NICHT MITGENOMMEN / Weil Bursch eine Platzwunde am Kopf hatte, verweigerte ein Taxler den Transport ins Krankenhaus.

Probleme. Wer in der Landeshauptstadt in den Nachtstunden ein Taxi sucht, hat es oft nicht leicht.BILDERBOX  |  NOEN
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VON DORIS FISCHER

EISENSTADT/GROSSHÖFLEIN / Eine ausgedehnte, vergnügliche Nacht verbrachte ein Großhöfleiner (Name der Redaktion bekannt) am Freitag in der Eisenstädter Disco James Dean. „Kurz vor sechs Uhr morgens kam es zu einem kleinen Zwischenfall“, schildert der Großhöfleiner. Er rutschte seinen Angaben nach auf einer Glasscheibe aus und verletzte sich am Kopf. Eine blutende Wunde klaffte auf seiner Stirn. „Ich bin dann mit Freunden auf die Toilette und habe die Wunde versorgt. Sie blutete nicht mehr, als ich das Lokal verließ.“

Zur Sicherheit wollte er sich mit einem Taxi in das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder transportieren lassen. „Drei Taxilenker – zwei von Karthago Taxi – lehnten die Fahrt ab“, so der Discobesucher. Erst der vierte nahm ihn schließlich mit. „Das kann doch nicht sein: Du wirst ohne Begründung einfach stehen gelassen“, ärgert sich der Betroffene.

„Es stimmt, dass ihn keiner mitnehmen wollte. Er war im Gesicht blutverschmiert und ich fragte mich, wie krieg ich das Blut wieder aus meinem Taxi raus“, erzählt Khaled Ben Hadj Ammar vom beschuldigten Taxiunternehmen Karthago. „Ich habe ihn noch gefragt, ob ich ihm die Rettung rufen soll. Er wollte nicht mit der Rettung transportiert werden“, versichert der Taxiunternehmer, der immer wieder mit Problemen vor dem James Dean konfrontiert ist. So will er auch am Samstag früh eine Rauferei beobachtet haben.

Taxler dürfen keine  Veletzten transportieren

Auch erklärt der Taxiunternehmer, er könne nicht jeden Fahrgast mitnehmen. Rückendeckung erhält er von Bernd Dillhof von der Wirtschaftskammer Burgenland, Sparte Verkehr und Transport: „Grundsätzlich dürfen Taxis keine Verletzten mitnehmen. Es müsste die Rettung gerufen werden.“

Warum er keine Rettung rufen wollte, begründet der Discobesucher damit, „dass es nichts Tragisches war und ich sicher für diese Wunde keinen Notarzt gebraucht habe.“

Für das Magistrat ist die Sache klar: „Da wir keinen Vertrag mit dem Taxi haben, betrifft es uns nicht“, so Max Schulyok.