Erstellt am 05. November 2015, 05:47

von Nina Sorger

Tierschützer vs. Jäger. Aktivisten störten mit friedlicher Demonstration Hubertusfeier. Landesjägermeister Prieler: "Jagd wird rechtmäßig kontrolliert"

 |  NOEN, zVg

Am Hubertustag, dem 31. Oktober, begehen die Jäger des Landes ihr Erntedankfest. Dieses Jahr wurde die Veranstaltung im Hof der Basilika Loretto abgehalten. Im Zuge der Hubertusmesse wurde für die heurige „Ernte“ – das erlegte Wild wird von der Jägerschaft so bezeichnet – gedankt und um Kraft für die Erhaltung der Tierwelt und ihres Lebensraumes gebetet.

Die Agape danach wurde von einer Gruppe von Aktivisten des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) gestört, die sich vor der Kirche versammelt hatte. VGT-Obmann Martin Balluch forderte via Lautsprecher die Jägerschaft auf, sich von der Jagd auf Zuchttiere zu distanzieren, die in Jagdgattern gehalten werden. Darauf wurde auch am Montag im Rahmen eines „Tatort Jagdgatter“ in der Eisenstädter Fußgängerzone hingewiesen.

„Es gibt klare gesetzliche Regelungen"

„Dieser Verein schaut überhaupt nicht, was diese Jagdgatter sind: Sie sind eine Form der landwirtschaftlichen Nutzung“, erklärt Landesjägermeister Peter Prieler: „Es gibt klare gesetzliche Regelungen, wie die Tiere zu halten sind, und auch dass sie lang genug vor der Jagd ausgelassen werden. Tiere erst kurz vor der Jagd auslassen, das tun nur Schwachsinnige.“ Prieler stellt auch klar: „Jagdgatter gehören kontrolliert. Wenn es dabei Dinge gibt, die nicht legal sind, dann muss man sie abstellen.“

Prieler warnt aber auch: „Würde jegliche Form der Jagd abgeschafft, geriete der Wildbestand außer Kontrolle.“ Derzeit gibt es im Burgenland acht Jagdgatter. Für die zuständige Landesrätin Verena Dunst ist „das Jagdrecht mit der Pflicht zur Hege untrennbar verbunden“. Dunst: „Die burgenländische Jägerschaft hat über Jahrzehnte hinweg auf wirkungsvolle Weise zur Erhaltung der Artenvielfalt beigetragen.“