Erstellt am 21. Oktober 2011, 13:06

Tödlichem Unfall: Sechs Monate bedingt für Autolenker. Ein Todesopfer und zwei Schwerverletzte hatte im März ein Verkehrsunfall auf der B50 im Bezirk Eisenstadt Umgebung gefordert. Ein 18-Jähriger war damals in der Nacht auf die Straße gesprungen, worauf ein Lenker das Steuer verrissen hatte.

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Der Fußgänger ist bereits rechtskräftig zu einer bedingten achtmonatigen Haftstrafe verurteilt worden. Am Freitag stand der Autofahrer in Eisenstadt vor Gericht: Er wurde, weil er damals zu schnell unterwegs war, wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen zu sechs Monaten bedingt und einer unbedingten Geldstrafe in der Höhe von 720 Euro verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Unfall hatte sich zwischen Eisenstadt und Wulkaprodersdorf ereignet. Weil jemand plötzlich auf die Fahrbahn sprang, musste der Autofahrer das Lenkrad verreißen. Der Wagen kam von der Straße ab und überschlug sich. Zwei Insassen wurden aus dem Kfz geschleudert. Ein Mädchen und ein Bursch wurden dabei schwer verletzt. Ein weiterer 16-jähriger Mitfahrer, der beste Freund des Lenkers, starb später im Krankenhaus. Der Fahrer kam mit leichten Verletzungen davon.

Laut Sachverständigem hätte es dazu nicht kommen müssen, wäre der Lenker mit angemessener Geschwindigkeit unterwegs gewesen. Die "weit überhöhte" Geschwindigkeit - etwa 120 bis 125 km/h - lastete dem Beschuldigten am Freitag auch Richterin Andrea Rosensteiner an. Außerdem war der 18-Jährige mit dem falschen Licht, nämlich mit Abblendlicht, unterwegs. Zusätzlich sei er unkonzentriert gewesen, hieß es in der Urteilsbegründung.

Sie sei sich zu "100 Prozent sicher und hege keinerlei Zweifel", dass der Beschuldigte, neben dem bereits verurteilten Fußgänger, "gewaltiges Verschulden" habe, so die Richterin. Die Mitschuld seiner Mitfahrer - alle waren nicht angegurtet - wertete Rosensteiner mildernd. Ebenso den Umstand, dass der 18-Jährige unbescholten sei und ein "Tatsachengeständnis" abgelegt hatte.

Die Verteidigerin hatte zuvor einen Freispruch für ihren Mandanten beantragt. Er habe bei dem Unfall bereits genug Strafe erlitten, da er seinen besten Freund sterben sehen musste.