Erstellt am 11. März 2015, 06:35

von Doris Fischer

Streit am Badesee. Klage wegen Hauptwohnsitz: Mieterin wollte Rechtsklarheit mit Esterházy, daraufhin bekam sie die Räumungsklage zugestellt.

Am Trausdorfer See. Einer Mieterin flatterte eine Räumungsklage ins Haus. Sie hat ihren Hauptwohnsitz direkt am Trausdorfer See.Fischer  |  NOEN, Doris Fischer
Die Verdoppelung der jährlichen Miete, die Verkürzung des Vertrages auf eine Lauffrist von zehn Jahren sowie die fehlende Option auf weitere Vertragsverlängerungen stieß einer langjährigen Mieterin der Feriensiedlung am Esterházysee sauer auf – immerhin wohnt sie schon seit mehr als 40 Jahren am Trausdorfer See. Sie hat den Vertrag mit Esterházy geklagt.

„Warum duldet man dies mehr als 32 Jahre lang?“

„Prompt flatterte mir eine Räumungsklage der Esterházys ins Haus“, ärgert sich die langjährige Mieterin. Als Grund seitens Esterhazy wird laut Mieterin „arglistige Täuschung bezüglich des Wohnsitzes“ genannt. Das wiederum versteht die Mieterin nicht, immerhin sei sie seit 1999 offiziell bei der Gemeinde hauptgemeldet und erhält auch Post von Esterházy an die See-Adresse.

„In der Verwaltung habe ich den Hauptwohnsitz am See bekannt gegeben. Und auch die Mietzettel sind auf die Hauptwohnadresse am See ausgestellt. Und warum duldet man dies mehr als 32 Jahre lang, wenn es verboten ist, und kommt erst jetzt drauf?“, ärgert sich die Mieterin, nach deren Meinung nicht nur sie, sondern weitere 160 Personen ihren Hauptwohnsitz am See haben.

Esterházy ist an gutem Verhältnis interessiert

Vonseiten der Gemeinde sei die Sache klar: „Wir haben dem Meldegesetz gemäß gehandelt“, versichert Bürgermeister Viktor Hergovich (SPÖ): „Privatvertragliche Vereinbarungen tangieren die Gemeinde nicht.“

Vonseiten Esterházy wird betont: „Die Mieterin möchte mit der Klage erreichen, dass ihr sehr geringer Mietzins quasi auf ewig auf dem Stand von vor 20 Jahren eingefroren wird. Dieser Mietzins beträgt laut Vertrag 51,48 Euro pro Monat für eine sehr schöne und prominente Parzelle mit 600 Quadratmetern am Trausdorfer See. Esterházy ist an einem guten Verhältnis zu allen Mietern interessiert. Aufgrund des Vorbringens der Mieterin in ihrer Klage waren wir jedoch gezwungen, gerichtlich zu reagieren, da ihre dortigen Behauptungen einen schwerwiegenden Vertragsverstoß darstellen.“

Am Donnerstag trifft man sich nun vor Gericht.