Erstellt am 18. Juli 2015, 06:56

von NÖN Redaktion

Turnen: Oggau stimmt ab. Am kommenden Sonntag können die Oggauer über einen Gemeinderatsbeschluss bezüglich der Planung für eine Turnhalle entscheiden.

 |  NOEN, Nina Sorger
Am Sonntag (19. Juli) findet die von Bürgermeister Ernst Schmid (SPÖ) initiierte Volksabstimmung statt. Dabei sollen die Oggauer entscheiden, ob ein von ÖVP und FBL gefasster Gemeinderatsbeschluss bezüglich der Vergabe der Ingenieurleistungen für die Planung einer von der ÖVP forcierten Turnhalle Geltung erlangen soll oder nicht.

Bereits seit Jahren will die ÖVP eine Turnhalle und treibt dieses Projekt, gegen das sich die SPÖ wehrt, gemeinsam mit der FBL – mit der sie mit insgesamt elf Mandaten gegenüber der SPÖ in der Mehrheit ist – voran.

Ortschef fürchtet „enorme Steigerung der Betriebskosten“

Bürgermeister Ernst Schmid (SPÖ) hatte die Volksabstimmung initiiert, um die Beschluss zu kippen: „Wir haben zuvor den anderen Parteien eine Volksbefragung, Turnsaal oder Turnhalle’ vorgeschlagen, diese wurde abgelehnt. Aber der Bürger zahlt das Projekt letztendlich, darum soll er zumindest bei diesem Beschluss mitentscheiden.“

Schmid befürchtet eine „enorme Steigerung der Betriebskosten der Volksschule“. Schmid: „Ich habe nichts gegen einen Turnsaal, weil der weniger kostet, aber mit einer Turnhalle treiben wir die Gemeinde in den finanziellen Ruin.“

Vize Peter Eibl (ÖVP) sieht dies anders: „Wir haben für einen Turnhallenbau eine Obergrenze von 1,3 Millionen Euro vorgesehen. Würde eine Turnhalle teurer werden, kann man immer noch einen Turnsaal bauen. Wenn der Beschluss aber abgelehnt wird, wird gar nichts gemacht.“ Die Volksabstimmung funktioniert wie eine Wahl: Die Wahllokale in den beiden Sprengeln „Gemeindeamt“ und „Feuerwehrhaus“ sind von 8 bis 15 Uhr geöffnet.

Das will die ÖVP

x  |  NOEN, Nina Sorger
Die ÖVP rund um Vizebürgermeister Peter Eibl forciert seit Jahren den Bau einer Turn- und Veranstaltungshalle, im Umfang von rund 400 Quadratmetern.

Laut einer von der ÖVP beauftragten Kostenschätzung der Firma Wolf System Bau soll die Errichtung einer Turnhalle insgesamt rund 917.000 Euro netto (das entspricht rund 1,1 Millionen Euro brutto) kosten.

Zur Finanzierung meint Vize Peter Eibl: „Rund 400.000 Euro haben wir durch gestrichene Budgetposten übrig, dazu kommt eine Landesförderung für einen Turnsaal. Der Rest soll über ein Darlehen finanziert werden.“

Das will die SPÖ

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Die SPÖ rund um Bürgermeister Ernst Schmid bevorzugt die Variante eines Turnsaales im Ausmaß von 180 bis 200 Quadratmetern: „Mit einer Volksschule von derzeit 55 Kindern – und die Geburten gehen zurück – reicht uns ein Turnsaal. Ein Turnsaal würde nur etwa die Hälfte kosten und natürlich auch weniger laufende Kosten verursachen.“

Schmid: „Ein Turnsaal wird gebaut, aber alles nach der Reihe. Wenn die Kosten für das Schwimmbad abgerechnet sind, schauen wir, was leistbar ist. Wir schauen, dass es bis Ende des Jahres eine Planung gibt und dass dann nächstes Jahr eventuell mit dem Bau begonnen wird.“