Erstellt am 19. September 2012, 00:00

Umfahrung: Nach 20 Jahren rollen die Bagger. Jetzt geht?s los / Am Donnerstag wird der erste Spatenstich gesetzt. Schon jetzt toben die Mitglieder des Bürgerforums wegen des „Scheinspatenstiches“ im Wahlkampf.

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Von Werner Müllner

SCHÜTZEN / Am Donnerstag dieser Woche ist es soweit: Der erste Spatenstich für die 5,2 Kilometer lange und rund 20 Millionen Euro (ohne Planung) teure Umfahrung wird von Landeshauptmann Hans Niessl und Landesrat Helmut Bieler (beide SPÖ) Donnerstag dieser Woche gesetzt.

Während bei den Umfahrungsstraßen-Befürwortern wohl ein Aufatmen durch die B50 zieht, gibt es bei den Straßengegnern großen Unmut. Am meisten ärgert das Team rund um UBF-Bürgermeisterkandidat Siegfried Mollatz, dass der Spatenstich ins Finale des Gemeinderatswahlkampfes „platzt“: „Um den schwächelnden Ortsparteien von SPÖ und ÖVP unter die Arme zu greifen, wird dieser Spatenstich veranstaltet.“

Mollatz weiter: „Da eine öffentliche, EU-weite Ausschreibung des genannten Straßenbauloses bis dato nicht erfolgt ist, kann es sich dabei nicht um den Spatenstich für den BAU der B50 Bundesstraße nördlich von Schützen handeln.“

Das will man von Seiten der Landesregierung nicht so auf sich sitzen lassen, Isabell Strobl, Sprecherin von Landesrat Bieler: „Natürlich hat es ein gesetzeskonformes Ausschreibungsverfahren gegeben. Wie laut Bundesvergabegesetz möglich, wird in zwei Teilen ausgeschrieben.“

Ausschreibung geteilt, damit man starten kann 

Auf die Frage, warum in zwei Teilen, erklärt sie: „Das Ziel ist, die Schützener so schnell wie möglich zu entlasten. Um nun rasch umsetzen zu können, gibt es eine zweiteilige Ausschreibung, weil es für den Baufortschritt schneller und einfacher ist. Laut Bundesvergabegesetz darf eine Schwellensumme für die erste Ausschreibung jedoch nicht überschritten werden. Daher wurden als erstes jene Maßnahmen zur schnellen Umsetzung ausgeschrieben, also die geotechnischen Maßnahmen und Brückenobjekte. Angebotsöffnung war am 21. August. Baueinleitung war am 13. September mit der Firma Granit. Gleichzeitig laufen bereits intensiv die Vorbereitungen für die zweite Ausschreibung, die planmäßig im dritten Quartal 2012 durchgeführt wird.“ Von Seiten des UBF heißt es abschließend: „Wir lassen uns von diesem Scheinspatenstich nicht beeindrucken.“ Das UBF verlangt nach der Wahl eine unbeeinflusste Befragung der Bürger.

Details. Laut Land fahren täglich bis zu 18.400, laut UBF bis zu 11.000 Fahrzeuge pro Tag. Nach der Fertigstellung der Umfahrung soll die Zahl der Fahrzeuge auf 2900 reduziert sein. Die rund 5,2 Kilometer lange Straße soll 2012 fertig sein und wird rund 20 Millionen Euro kosten.

Müllner