Erstellt am 21. Mai 2014, 16:11

Unmut über Krempel. Wimpassing / Einige im Ort ärgern sich über die Pfarre, die Hausrat in der Kirche deponierte, und machen ihrem Ärger Luft.

Streitpunkt. Nachdem die Stiftung Haushaltsgegenstände aus einem Lagerraum, den sie beanspruchte, in die Kirchbergscheune der Pfarre geräumt hatte, wurden diese in der Kirche gelagert.  |  NOEN, BVZ

Die Aktion des Wimpassinger Pfarrgemeinderates, der vergangene Woche Haushaltsgeräte und Kästen in der Kirche deponiert hatte, nachdem diese von der Stiftung Behindertenheim aus einem Lagerraum in die Kirchbergscheune geräumt worden waren (

), sorgt für Diskussionen im Ort.

„Ich als Katholikin und Kirchgängerin bin irritiert“

Denn nicht alle sind damit einverstanden, so zum Beispiel Edeltraud Mayer: „Ich als Katholikin und Kirchgängerin bin irritiert über dieses Verhalten. Wir bemühen uns, dass unsere Gemeinde zusammenwächst und zusammenhält, aber solche Aktionen spalten sie.“

Peter Rünzler empört sich: „Wir empfinden diese Aktion als Provokation und lehnen uns dagegen auf. Wenn man miteinander geredet hätte, hätte es genug andere Räume gegeben, in denen die Gegenstände gelagert werden konnten – jetzt geht es ja auch. Das ist ein hochgespielter Zwist. Denn früher war zwischen Pfarre und Caritas alles in Ordnung.“

Ärger wurde auf BVZ.at kundgetan

Walter Wolowiec machte seinem Ärger in einem Kommentar auf BVZ.at Luft: „Ein Vergnügungslokal (Kirchbergscheune) kommt VOR der Kirche! Theke VOR dem Altar!... Muss ein Konflikt zwischen Caritas und Pfarrgemeinderat so ausufern? Hat Bischof Ägidius J. Zsifkovics nicht Einfluss auf beide Seiten?“

Bürgermeister Josef Wolowiec (ÖVP) erklärt indes: „Die Kirche vollzuräumen war nicht nötig, sondern reine Provokation. Neben der Volksschule steht ein Stadel leer. Bis er im August abgerissen wird, hätte die Pfarre darin alles unterstellen können – sie hätte nur zu fragen brauchen.“

Gespräche mit dem Pfarrgemeinderat angekündigt

Die Haushaltsgegenstände und Kästen wurden mittlerweile  aus der Kirche entfernt und in der angrenzenden ehemaligen Pfarrerswohnung untergebracht.

Die Diözese will laut Sprecher Dominik Orieschnig „ wie ein gutes ,Familienoberhaupt‘ auftreten: indem das direkte Gespräch mit allen Beteiligten gesucht wird, die verschiedenen Standpunkte genau gehört werden und man so sicherlich zu einer für alle Seiten befriedigenden Lösung dieser ‚Familienangelegenheit‘ gelangen wird.“

Es werde daher sowohl Gespräche mit dem Pfarrgemeinderat als auch mit jenen Wimpassingern geben, die schon vorher um einen Termin beim Bischof gebeten hätten, so Orieschnig.