Erstellt am 02. Juni 2016, 09:02

von RED

Urteil nach Ukrain-Betrug gefällt: 3,5 Jahre. Unbedingte Haft für Chemiker, der "Ukrain-Ampullen" umdatiert hatte.

Ukrain Ampulle  |  NOEN, zVg

Der Entwickler des umstrittenen Krebsmittels "Ukrain", für dessen Herstellung auch Grundstücke in Mörbisch angekauft worden waren, wurde vergangene Woche wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges zu dreieinhalb Jahren unbedingter Haft verurteilt. Er hatte laut Anklage nach der amtlichen Beschlagnahme seiner Bestände alte, teilweise seit Jahren abgelaufene Ampullen einfach umetikettiert und das Haltbarkeitsdatum auf 2015 bzw. 2016 erstreckt.

Das Urteil des Schöffengerichts ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte meldete Nichtigkeit und Berufung an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Bereits im März 2015 waren die Ex-Frau und die langjährige Sekretärin des Chemikers vom Vorwurf der Beitragstäterschaft freigesprochen worden.

Seit den 90er-Jahren hatte der Mann das angebliche „Wundermittel Ukrain“ verkauft, das seiner Darstellung zufolge jede Art von Krebs heilen soll. Anbauflächen für das Schöllkraut, dessen Wurzeln als Basis für die Herstellung des Mittels dienten, sollten auch in Mörbisch kultiviert werden. Außerdem wurde eine Schöllkraut-Verarbeitungsstätte angedacht. Die Flächen liegen laut Gemeinde nach wie vor brach.