Erstellt am 24. September 2013, 12:17

vereinbar“. Abschied und nannte die Gründe.

Gern gesehen. Einer der letzten Auftritte von Dompfarrer Josef Prikoszovits war die Eröffnung der Firma Prokopp in der Fußgängerzone. Fotos: Müllner  |  NOEN, MUELLNER Werner
Von Nina Sorger und Werner Müllner

Resignation / Seit Wochen gab es Gerüchte, wonach Dompfarrer Josef Prikoszovits sein Priesteramt niederlegen wollte. Auf mehrmalige Anfrage der BVZ hatte er noch erklärt: „Ich bin im Amt und bleibe da.“

Auch in einer Predigt Anfang September wurde noch beteuert, dass es zwar Probleme gebe, mehr oder weniger aber alles beim Alten bliebe. Nun ist es aber fix: Wie die

, hat Prikoszovits am 18. September die Diözesanleitung um Enthebung von all seinen bisherigen Ämtern und Aufgaben ersucht.

Pfarrer beschrieb inneren und äußeren Konflikt

Eine Erklärung an die Kirchengemeinde gab er im Rahmen aller Gottesdienste am Wochenende ab: „Vor drei Wochen habe ich an dieser Stelle gesagt, dass ich hoffe, dass die Seelsorge und die Aktivitäten in der Pfarre wieder das Thema werden, das alle im guten Sinne beschäftigt. Heute muss ich sagen, dass dies nicht gelungen ist, nicht gelingen konnte, weil im Kern der Gerüchte über mich ein Stück Wahrheit liegt“, begründet Prikoszovits darin seinen Schritt: „Die Wahrheit ist: Es gibt in meinem Leben eine Änderung, die mit meinem Priestersein und dem Zölibatsversprechen nicht vereinbar ist.“

Diese Entscheidung habe er getroffen, „weil die Integrität des Priesteramtes durch meinen inneren und äußeren Konflikt mit dem Zölibatsversprechen beschädigt wird“ und „zurzeit die Einheit in der Pfarre belastet ist“, so Prikoszovits gegenüber den Gläubigen.

Ins Kloster zur Klärung der „offenen Fragen“ 

Die Diözesanleitung habe den Rücktritt des Dompfarrers „mit großem Bedauern angenommen und seiner Bitte, ihm eine Sabbatzeit bis längstens August 2014 zu gewähren, entsprochen“, heißt es seitens der Diözese. Dadurch solle ihm „eine tief gehende Klärung seiner Berufung und seines weiteren Lebensweges ermöglicht werden“.

„Deshalb werde ich mich für einige Monate in ein Kloster zurückziehen, um mich intensiv den offenen Fragen, die mir das Leben jetzt aufgibt, zu stellen und sie in der Sabbatzeit beantworten“, so Prikoszovits. Bischof Ägidius Zsifkovics verlieh der Hoffnung Ausdruck, „dass die Auszeit zu einem guten, segensreichen Neubeginn führen wird.“

Korpitsch bereits am Montag zur Frühmesse 

Die Resignation des Dompfarrers gilt ab sofort. Die interimistische Leitung der Stadtpfarre hat Generalvikar Martin Korpitsch in Zusammenarbeit mit Regens Hubert Wieder übernommen. „Das hat damit begonnen, dass ich am Montag die Frühmesse gehalten habe“, so Korpitsch: „Vor allem organisatorisch ist noch einiges zu klären: Wer macht die anstehenden Taufen und Dienste in der Kirche? Auch im Zusammenhang mit der ,Langen Nacht der Museen‘ muss noch viel vorbereitet werden.“

Noch diese Woche soll es eine Sitzung des Pfarrgemeinderates geben. Ganz allein sind Korpitsch und Wieder mit der Aufgabe aber nicht, wie dieser betont: „Das Team der Pfarre arbeitet fleißig mit, dass alles weiterläuft, und auch Josef Prikoszovits ist für uns noch da, wenn Fragen auftauchen.“

Zum Schritt seines Priesterkollegen erklärte Korpitsch: „In meiner Eigenschaft als Generalvikar haben der Bischof und ich gemeinsam mit Pfarrer Prikoszovits eine Entscheidung gesucht. Aber dazu kann ich nichts sagen.“ „Überrascht“, zeigte sich Pfarrsekretärin Regina Traxler auf Anfrage der BVZ, wollte sie sich aber – wie etliche andere Mitglieder des Pfarrgemeinderates – nicht weiter äußern.