Erstellt am 12. April 2011, 18:57

Veruntreute Oberbank-Gelder: Möglicher Mittäter in Eisenstadt in Haft. Im Fall der veruntreuten Oberbank-Millionen kann sich die Staatsanwaltschaft Eisenstadt nun mit dem ungarischen Geschäftspartner des in U-Haft sitzenden Ex-Bankmitarbeiters befassen: Der Mann sei "mit heutigem Tag in der Justizanstalt Eisenstadt eingetroffen", sagte sein Verteidiger Klaus Ainedter am Dienstag.

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Sein Mandant bleibt indessen weiter in Untersuchungshaft: Der Haftbeschwerde sei vom Oberlandesgericht Wien nicht Recht gegeben worden. Er habe deshalb bereits eine Grundrechtsbeschwerde beim Landesgericht Eisenstadt eingebracht.

Für seinen Mandanten lägen inzwischen keine Haftgründe mehr vor, argumentiert Ainedter. Aufgrund der vom Gericht weiterhin angenommenen Tatbegehungs- und Fluchtgefahr sei jedoch auch die Fortführung der U-Haft mit einer elektronischen Fußfessel nicht genehmigt worden.

Der Ungar war am 8. März in Budapest festgenommen worden. "Es bleibt jetzt abzuwarten, wie sich der Beschuldigte verantworten wird", meinte Ainedter: "Aus unserer Sicht ist das Spannende, nachdem wir ihn entsprechend wahrheitsgemäß belastet haben: Wird er sich dazu geständig verantworten oder wird er alles von sich weisen?" Dem Ungarn wird vorgeworfen, dass er den Ex-Bankangestellten mit Drohungen und durch Täuschungshandlungen dazu angehalten habe, Gelder aus der Bank zu nehmen.

Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt geht in dem Fall von 8,2 Millionen Euro Schadenssumme aus. Inzwischen seien laut Ainedter "sämtliche Malversationen" gemeinsam mit der Oberbank und der Kriminalpolizei unter Mitwirkung seines Mandanten aufgeklärt worden. "Es gab mehrere Einvernahmen in der Justizanstalt", auch eine teilweise Schadenswiedergutmachung seines Mandanten sei mittlerweile erfolgt. Auch, wenn diese "in Summe ein Tropfen auf den heißen Stein" sei, sei sie im Sinne der besonderen Milderungsgründe bei der Urteilsfindung von Relevanz.

Der Ex-Bankmitarbeiter habe auch versucht, einen Investor zu finden oder einen Kredit zu bekommen, um Schulden zurückzahlen zu können. Für seinen Mandanten gehe es "nicht mehr um die Tatfrage, sondern um die Schuldfrage. Er ist zu den Malversationen geständig", so Ainedter, "die Frage ist das Warum." In den kommenden 48 Stunden soll nochmals eine Einvernahme durch die Haftrichterin erfolgen.