Erstellt am 10. November 2011, 13:59

Vor Amtsübergabe: Fraunschiel zog Bilanz. Wenige Tage vor der Amtsübergabe hat am Donnerstag die Eisenstädter Bürgermeisterin Andrea Fraunschiel Bilanz über ihre knapp fünfjährige Amtszeit gezogen. Als Schwerpunkte ihrer Tätigkeit nannte Fraunschiel bei einer Pressekonferenz die Bereiche Lebensqualität, Bildung und Generationen.

Trotz angespannter finanzieller Rahmenbedingungen habe man zahlreiche wichtige Projekte für die Bevölkerung umsetzen können. Eisenstadt sei heute "eine Stadt zum Leben und Wohlfühlen" mit hoher Lebensqualität und moderner Infrastruktur. Fraunschiel hatte im Jänner 2007 ihr Amt angetreten und übernahm damals als erste Frau die Geschäfte der burgenländischen Landeshauptstadt. Ein "Herzstück" ihrer Amtszeit sei die Entwicklung des Generationenviertels, in das die Stadt gemeinsam mit ihren Partnern rund 12,4 Mio. Euro investiert habe. Das Kindergarten- und Schulbauprogramm habe sich insgesamt mit acht Mio. Euro zu Buche geschlagen, bilanzierte die Bürgermeisterin. In der Verwaltung sei Service für die Bürger ein wichtiges Anliegen gewesen. Im Verkehrsbereich soll mit dem Projekt "Eisenstadt e-mobilisiert" ein umweltfreundliches Mobilitätssystem entwickelt und umgesetzt werden. Natürlich gebe es viele Wünsche, man müsse aber Prioritäten setzen: "Es kann gefragt werden: Warum wurden nicht mehr Straßen saniert? Dann muss ich die Gegenfrage stellen: Was ist wichtiger? Kindergärten, Schulen oder viele Straßen?" "Ich fühle mich absolut nicht hinausgedrängt", meinte die ÖVP-Politikerin: Sie habe noch im Mai gesagt, dass sie wieder kandidieren wolle. Inzwischen habe sich bei ihr privat einiges geändert: "Ich habe für mich die Entscheidung getroffen - 'ganz egoistisch': Für mehr Lebensqualität und andere Prioritäten ist es für mich an der Zeit, zu sagen: Nein, ich stehe nicht mehr für die nächste Periode zur Verfügung." Sie habe nicht garantieren können, dass sie volle sechs Jahre durcharbeiten werde. Das Bürgermeisteramt sei "ein Amt, das man wirklich zu 100 Prozent erfüllen muss", so die 56-Jährige. "Ich gehe umso leichter, weil ich weiß, mein Nachfolger wird genauso mit viel Herz und Engagement diese Arbeit erfüllen", erklärte Fraunschiel. Finanziell sei durch das Geld, das Eisenstadt aus dem Verkauf der BEGAS-Anteile im Zuge der Fusion der Energieversorger BEWAG und BEGAS erhält, eine Gestaltungsmöglichkeit gegeben. "Ich bin sicher, hier werden kluge Entscheidungen getroffen, wie dieses Geld zu verwenden ist." Der Bürgermeisterwechsel in der burgenländischen Landeshauptstadt soll sich am 16. November mit der Wahl von Thomas Steiner (V) zum neuen Stadtchef vollziehen.