Erstellt am 23. Juni 2016, 12:27

Reanimationskurs: Mehr Mut für Helfer. Die Kinder der Volksschule St. Georgen erhielten kürzlich einen Erste Hilfe-Crashkurs.

Unter dem Motto „Jede Art von Hilfe ist besser, als wegschauen!“ zeigten Notarzt Michael Hill, Notfallsanitäter Robert Scukovits und Karin Fromwald den Schülern an verschiedenen Schulen, was im Ernstfall zu tun ist.

"Die Scheu vorm Helfen ist groß"

„Die meisten Erwachsenen machen den Erste-Hilfe-Kurs nur, wenn sie den Führerschein machen. Die Scheu vor dem Helfen ist in Österreich groß, nur 20 Prozent helfen im Ernstfall, der Rest schaut einfach weg. Wir wollen den Kindern die Angst davor nehmen und erhoffen uns auch ein positives Umdenken bei den Eltern“, erklärt Karin Fromwald.

Zu Beginn wird geklärt, was zu tun ist, wenn eine Person regungslos auf dem Boden liegt.

Ist die Person ansprechbar? Atmet der Patient? Oder ist sie bewusstlos? Der Kopf wird sanft nach hinten gekippt und kontrolliert, ob Atmung hör- oder spürbar ist. Dann heißt es schnell den Notarzt verständigen, bis dieser zum Ort des Geschehens kommt, kann aber einige Zeit vergehen. „Wenn das Herz nicht mehr arbeitet, sterben nach nur vier Minuten Gehirnzellen ab. Die Hirnschäden sind enorm“, so Fromwald.

Große Angst vor Defibrillator

Dann sollte man schnell mit der Wiederbelebung beginnen. An Übungspuppen dürfen die Kinder die Wiederbelebung selbst testen. 30 kräftige Stöße im Bereich des Brustkorbes, danach zweimal Mund zu Mund beatmen. Große Angst herrscht vor dem Defibrillator, der in vielen öffentlichen Gebäuden zu finden ist. Mit Übungsdefis, diese werden ohne Strom betrieben, wird den Kindern spielerisch der Ablauf erklärt.

Die 9-jährige Julia hält den Kurs „nützlich fürs Leben“, würde sich im Ernstfall aber Unterstützung von Erwachsenen wünschen. Bis nächstes Jahr ist die Durchführung dieser Privatinitiative mit Unterstützung der Stadtgemeinde und dem Lionsclub an allen Eisenstädter Volksschulen gesichert.