Erstellt am 20. August 2014, 09:14

von Werner Müllner

60.000 Euro Zuschuss. Die Gemeinde muss 12.000 Euro pro Tag zuschießen. Opposition will Fest wieder über die Gemeinde abwickeln.

Weintage. Manchen sind die Kosten zu hoch, doch ein schönes Fest sind die Wein- und Genusstage allemal.  |  NOEN, Werner Müllner

Am Mittwochabend werden die Wein- und Genusstage eröffnet. FPÖ-Stadtparteiobmann Géza Molnár hat schon vor den Festtagen Kopfschmerzen: „Alles in allem schießt die Stadt zu den ,Wein- und Verlusttagen‘ über 60.000 Euro zu. Unterm Strich verursacht das Fest der Stadt also ein Minus von rund 12.000 Euro pro Tag. Der Unterschied zu früher ist der, dass der Gemeinderat keinerlei Einblick hat, was die Verwendung der Mittel angeht.“

Kovacs (SPÖ): „Ich musste diesen Schritt setzen"

Molnár weiter: „Das zehntägige ,Fest der 1000 Weine‘ verursachte zuletzt ein Minus von 9.000 Euro pro Tag. 2011 übernahm ein Verein die Organisation von der Gemeinde, die ,Wein- und Genusstage‘ waren geboren. Besagtem Verein standen bis vor Kurzem ÖVP-Stadtrat Freismuth und SPÖ-Vize Kovacs vor. Kovacs legte seine Funktion nieder, die SPÖ zog sich vollständig aus dem Vorstand zurück. Nunmehr ist im ,Verein zur Förderung von Kultur, Tourismus und Wirtschaft‘ ausschließlich die ÖVP vertreten.“

Dazu Kovacs: „Es tut mir leid, aber ich musste diesen Schritt setzen. Es ist einfach nicht länger vertretbar, dass die Organisation und damit die wesentlichste Ausgabenposition einfach fix an eine bestimmte Person vergeben wird.“

Molnárs Vorschlag: „Uns wäre es nach wie vor am liebsten, die Stadt zöge sich komplett aus dieser Veranstaltung zurück. Da wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass dies derzeit nicht realistisch ist, schlagen wir einen anderen Weg vor: die neuerliche Übernahme der Veranstaltung durch die Gemeinde.“

Dragschitz (Grüne): „Gemeinde sollte Mittelverwendung prüfen dürfen"

Die Grünen können sich vorstellen mitzuziehen, so Yasmin Dragschitz: „Wenn die Gemeinde schon Kosten für dieses Fest übernimmt, dann sollen die zuständigen Gemeindevertreter auch wissen bzw. prüfen dürfen, wofür diese Mittel verwendet werden.“

Der Obmann der Wein- und Genusstage Michael Freismuth (ÖVP) schäumt: „Aufs Schärfste muss ich die Aussage von Molnár zurückweisen, dass diese Veranstaltung nichts bringe! Sie ist eine Top-Werbung für den burgenländischen Wein, die Genussregion und den Tourismusstandort Burgenland bzw. Eisenstadt überhaupt.“

Freismuth weiter: „Weinwirtschaft und Kultur sind wesentliche Faktoren, die zur Identifikation unserer Heimat beitragen. Es muss Auftrag für die öffentliche Hand sein, diese zu fördern.“

„Jede Einladung zur Mitarbeit wurde von Opposition ausgeschlagen“

„Dass sich die Vertreter der Opposition aus der Verantwortung stehlen und damit für sie auch die Kontrollmöglichkeiten im Verein fehlen, liegt nur an Molnár, Kovacs und Co. selbst“, so Michael Freismuth. „Jede Einladung zur Mitarbeit wurde von diesen ausgeschlagen!“

Molnár dazu: „Die angebotene Übernahme einer Vereinsfunktion durch Oppositionsvertreter wäre als Feigenblatt gedacht und keine saubere Lösung gewesen.“