Erstellt am 02. April 2014, 23:59

von Nina Sorger

Weiternagen erlaubt. Bis Ende August ist Schonzeit für Biber. Blockaden durch Dämme, wie bei der Trinkwasserquelle in Leithaprodersdorf, bleiben.

 |  NOEN, schauhuber Alfred / BAWA
LEITHAPRODERSDORF / Alle, die sich in den vergangenen Wochen für die Rechte jener Biber eingesetzt haben, die seit geraumer Zeit durch ihre Bauten Lei thaprodersdorfer Felder fluten, können aufatmen. Mit dem 1. April hat die Schonzeit begonnen. Von April bis Ende August – während der Aufzucht der Jungen – dürfen die Nager, denen Gemeinde und Bibermanagement mit Fallen zu Leibe rückten, nicht gefangen oder getötet werden.

"Der entstehende Schaden wird uns nicht ersetzt"


Insgesamt wurden seit dem vergangenen Winter zwei Biber gefangen und dem Bibermanagement Niederösterreich übergeben. Die Gemeinde sah sich in den vergangenen Wochen mit harscher Kritik konfrontiert: „Wir bekamen viele böse E-Mails – allerdings keines aus der Umgebung, sondern vielmehr aus der Steiermark und Kärnten“, so Bürgermeister Martin Radatz (ÖVP): „Aber die Leute haben keine Ahnung, was die Biber anrichten. Ich will ja keinen Biber umbringen, aber der entstehende Schaden wird uns nicht ersetzt, und das ist sehr wohl ein Problem.“

Allein die Gemeinde habe 2013 Jahr 5.500 Euro aufgewendet – dazu komme noch der Schaden für die Landwirte, weil die Felder geflutet wurden, so Radatz: „Letzte Woche mussten wir zum Beispiel einen Damm mit einem großen Bagger entfernen, um unsere Trinkwasserquelle freizuräumen.“ Nun hofft die Gemeinde bis zum Herbst auf eine Lösung in Form eines Bibermanagements und einer finanziellen Entschädigung bei Biberschäden.