Erstellt am 29. Januar 2014, 23:59

Weniger Posten, mehr Polizei auf der Straße. Schließungspläne / 13 Polizeiposten werden im Land geschlossen oder verlegt. Polizeidirektor Doskozil: „Regionale Präsenz wird erhöht.“

BURGENLAND / Wie angekündigt, gab Innenministerin Johanna Mikl-Leitner am Dienstag bekannt, welche Polizeiposten österreichweit geschlossen werden sollen. Im Burgenland sind 13 Standorte betroffen (siehe unten). Polizeidirektor Hans Peter Doskozil betont dazu im Gespräch mit der BVZ: „Das wichtigste Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Polizei zu stärken und die regionale Präsenz zu erhöhen.“

Ausweitung: Ein Drittel mehr Polizeistreifen 

So sollen mit den geplanten Maßnahmen künftig um ein Drittel mehr Polizeistreifen in den Gemeinden unterwegs sein. Bislang gab es 19 Streifenbereiche – in Zukunft werden es 30 sein. 50 Polizeiinspektionen bleiben im Burgenland geöffnet. Für jene Gemeinden, in denen Posten geschlossen werden, gibt es ebenfalls ein Angebot: Neben Ansprechpartnern und fixen Anwesenheitszeiten der Polizei kann im Gemeindeamt eine Amtsstube eingerichtet werden. In den nächsten Tagen werden dazu Gespräche mit den Gemeindeverbänden geführt.


Postenschließungen im Burgenland

Bezirk Neusiedl am See

  • Nickelsdorf: Posten im Ort wird geschlossen, Autobahnpolizei bleibt
  • Kittsee: „AGM“-Posten (Hinterland-Überwachung) wird geschlossen, Posten im Ort bleibt
  • Bruckneudorf: Postenschließung

Bezirk Eisenstadt Umgebung

  • Wulkaprodersdorf: Autobahnpolizei wird nach Mattersburg verlegt
  • Klingenbach: „AGM“ wird nach Wulkaprodersdorf verlegt.
  • Mörbisch: Postenschließung

Bezirk Mattersburg

  • Pöttsching, Sieggraben: Postenschließungen

Bezirk Oberpullendorf

  • Lackenbach, Draßmarkt: Postenschließungen

Bezirk Oberwart

  • Markt Allhau, Kohfidisch: Postenschließungen

Bezirk Güssing

  • Kukmirn: Postenschließung


Mörbischs Bürgermeister Jürgen Marx (SPÖ), nachdem er erfahren hat, dass der Polizeiposten Mörbisch geschlossen werden soll: „Ich bin sicher nicht erfreut, dass unser Posten schließt, und frage mich ernsthaft, wie man zu solchen Entscheidungen kommt – vor allem, weil die zahlreichen Dämmerungseinbrüche ein ernstes und tagesaktuelles Problem bei uns ist. Wir werden im Gemeinderat auf jeden Fall darüber beraten, welche Maßnahmen wir setzen können und welche Behörden wir kontaktieren werden, denn eine ersatzlose Streichung wollen wir nicht hinnehmen – es muss eine Lösung geben.“

Schützens Bürgermeister Roman Zehetbauer (ÖVP), nachdem er erfahren hat, dass der Polizeiposten Schützen am Gebirge erhalten bleibt: „Ich bin so erleichtert! Bis Montagabend sah es so aus, als würden auch wir auf der Liste stehen. Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, alle Behörden angerufen und keine Ruhe gegeben – denn wenn unser Polizeiposten schließen würde, wäre das für uns ein Wahnsinn. In Oggau , aber auch bei uns wurde in letzter Zeit verstärkt eingebrochen. Wir und Donnerskirchen haben außerdem noch eine Durchzugsstraße, auf der Tausende Autos fahren, und dann kommt die Umfahrung. Die Polizei kommt jetzt schon kaum zum Kontrollieren – ohne eigenen Posten wäre das noch schlimmer. Gott sei Dank, hat sich unser Einsatz offenbar gelohnt!“

SPÖ-Klubobmann Christian Illedits: „Das ist keine ‚Wachzimmer-Reform‘, sondern ein konzeptloser Kahlschlag. Die ÖVP-Innenministerin beschädigt damit die Sicherheitsinfrastruktur des Burgenlandes nachhaltig.“

ÖVP-Landeshauptmann-Stv. Franz Steindl: „Das Burgenland ist im Bereich Sicherheit gut aufgestellt. Dieses Niveau muss auch in Zukunft garantiert sein. Daher kommt eine weitere Zusperraktion ohne Begleitmaßnahmen für die ÖVP Burgenland nicht in Frage.“