Erstellt am 24. Oktober 2012, 00:00

Wenn Liebe wehtut. Vorgefallen / In einem Beziehungsstreit wurden ein Mann und eine Frau handgreiflich. Die Polizei musste eingreifen.

Eskaliert. Laut Polizei waren beide Streitparteien aufgebracht. „Die Schuldfrage ist nicht einfach“, so ein Polizist.Symbolfoto: Wodicka  |  NOEN
Von Nina Sorger

EISENSTADT / Dass Gewalt in Beziehungen nicht nur etwas für Dokumentationen im Fernsehen ist, sondern jedem einzelnen selbst passieren kann, musste eine junge Frau aus Eisenstadt (Name der Redaktion bekannt) erfahren. Sie wurde vor kurzem von einem Bekannten geschlagen – auf offener Straße.

„Er hat gesagt, er will mit mir reden. Er hat mich beschimpft, ich hab zurückgeschrien. Dann hat er mich auch schon geschlagen“, erinnert sich die 28-Jährige: „Er hat mich an den Haaren über den Boden geschleift – ich war wie ein Wischmob.“ Zwei Passantinnen versuchten nach Angaben der jungen Frau mehrmals, die beiden Streithähne zu trennen. Eine von ihnen rief die Polizei.

Die ermittelnden Beamten der Stadtpolizei Eisenstadt relativieren die Situation vor Ort: „Es hat sich klar um einen Beziehungsstreit gehandelt: Sie wollte offenbar eine Beziehung, er nicht, die Situation eskalierte. Beide Personen waren aufgebracht. Beide Personen – nicht nur die Frau – waren leicht verletzt.“ Eine Untersuchung im Krankenhaus Wr. Neustadt ergab bei der jungen Frau Würgemale, Abschürfungen und einen durch die Schläge hervorgerufenen Tinnitus. Die Verletzungen des Mannes sind unbekannt.

Einer der ermittelnden Polizisten erklärt das weitere Prozedere in diesem Fall: „Beide Personen wurden angezeigt. Beide haben weitere Zeugen benannt, daher könnte die Angelegenheit sich länger hinziehen“, so der Beamte. Allerdings: „Die eindeutige Schuldfrage ist in solchen emotionalen Geschichten sicher nicht einfach.“

Fall wird fertig ermittelt und dann angeklagt 

Der Fall wird jedenfalls der Staatsanwaltschaft Eisenstadt vorgelegt und zur Anklage gebracht. Dies kann aber dauern, weiß Staatsanwältin Magdalena Wehofer: „Die Polizei ermittelt den Fall in der Regel praktisch fertig, und dann wird er uns vorgelegt. Das kann schon zwei bis drei Monate dauern.“

Sie benennt das Strafhöchstmaß in solchen Fällen: „Bei leichter Körperverletzung kann es eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe geben, bei schwerer Körperverletzung bis zu drei Jahre.“ Bis dato sei der betreffende Fall „noch nicht bei uns eingelangt“, so Wehofer.