Erstellt am 08. Juni 2011, 00:00

Wirbel um Schulimpfung. VERWIRRUNG / Da niemand für sie zuständig ist, müssen Schüler der Übungsvolksschule sich nun beim Hausarzt impfen lassen.

Unsicher. Schulärzten steht es frei, zu impfen.BILDERBOX  |  NOEN
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VON NINA SORGER

EISENSTADT / Für Unmut sorgte kürzlich die Zeckenimpfung für neun Schüler der Übungsvolksschule der Pädagogischen Hochschule. Eigentlich sollten sie – wie bisher immer – vom Eisenstädter Arzt Dr. Othmar Kohl geimpft werden, und das hatten Schulleiterin und Eltern auch diesmal angenommen. Allerdings,: „Er hat sich nicht zuständig gefühlt“, so Schulleiterin Judith Artner: „Angeblich hat er keinen Vertrag mehr. Die Eltern sollten mit den Kindern in seine Ordination kommen.“ Etwas anderes habe sie bei der Gemeinde erfahren: „In der Gesundheitsabteilung hat man mir gesagt, dass Dr. Kohl zuständig sei, solange er bezahlt wird. Wenn dem so ist, dann wird er für etwas bezahlt, das er nicht tut.“ Offenbar ein Irrtum, denn Kohl erklärt, tatsächlich nicht zuständig zu sein: „Der Vertrag mit der Gemeinde gilt für die öffentlichen Schulen. Die Übungsvolksschule ist eine Privatschule, und der Dekan hat meinen Vertrag gekündigt, weil man für die paar Schüler keinen Arzt braucht.“ Auch Magistratsdirektor Walter Horvath bestätigt: „Die Übungsvolksschule liegt nicht in unserer Zuständigkeit.“ Die Direktorin hat nun den Impfstoff selbst besorgt und den Eltern geraten, ihre Kinder bei ihrem Hausarzt impfen zu lassen: „Es war mir einfach zu blöd, ständig vertröstet zu werden.“

Fakt ist, dass es aufgrund eines Urteils des Obersten Gerichtshofes den Schulärzten derzeit freisteht, ob sie impfen: „Wir haben jetzt jene Schüler geimpft, wo der Impfstoff schon gekauft war“, so Kohl. Laut Landesschularzt Dr. Michael Heinrich werde nun eine Lösung gesucht, um die Impfung weiterhin zu garantieren. „Das wird jetzt ausgearbeitet. Ich bin in Gesprächen mit den Schulleitern.“ Die Neuregelung soll bis Herbst am Tisch liegen.