Erstellt am 03. Dezember 2014, 10:28

von Bettina Eder

A3-Ausbau kommt. Verkehrskoordinator Zinggl: "Gemeinde soll nicht versuchen, Dinge zu verhindern, die ohnehin kommen."

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Vor zwei Wochen schickten die Wulkaprodersdorfer in Sachen Verkehrsstrategie eine Resolution – man wollte die Belastungen durch die Pläne nicht auf sich sitzen lassen – ans Land. Diese Botschaft scheint nun – zumindest postalisch – angekommen zu sein. „Der Auftrag ist klar, wir werden Gespräche führen müssen. Aber es ist auch klar, dass das (Anm. die Bahnschleife) ein ganz wichtiges Projekt ist“, so Verkehrskoordinator des Landes Peter Zinggl.

Mitte Dezember wurde nun ein Termin mit der ÖBB und der Gemeinde anberaumt. „Ich möchte deutlich machen, dass wir nicht gegen die Schleife sind, sondern gegen die Vorgehensweise – uns nicht einzubinden – und gegen die Gesamtbelastung der Gemeinde“, so SP-Vize Markus Krojer. Damit angesprochen ist auch die A3-Verlängerung mit der damals vorgelegten Trasse (siehe Infobox), gegen die sich alle betroffenen Gemeinden 2008 in einer Petition aussprachen.

Zinggl: „Gemeinde soll Optimum herausholen“

Vonseiten der Politik wird immer wieder betont, dass ohne die Zustimmung der Bevölkerung keine Verlängerung kommen werde. Zinggl findet hier deutliche Worte: „Die Gemeinde sollte das Optimum für sich herausholen und nicht versuchen, Dinge zu verhindern, die dann ohnehin kommen.“

Das Projekt stünde zwar nicht kurzfristig an, aber es führe kein Weg daran vorbei. Zinggl dazu: „Die Wirtschaft tümpelt in Ungarn derzeit dahin, aber die Region Györ und Sopron ist eine dynamische und, wenn dort der Aufschwung kommt und der Verkehr zunimmt, dann müssen wir eine Antwort haben.“ Wo und wann genau das sein wird? Zinggl: „Die Asfinag gibt die geplante Trasse nicht auf […] Wir arbeiten da in enger Abstimmung mit Ungarn und dort ist der Baubeginn der Umfahrung Sopron für 2020 geplant. Wir haben den Auftrag, offensive Informationspolitik zu machen.“


Auszug aus der Petition 2008

2008 machten die vier betroffenen Bürgermeister mittels eines Flugblattes „mobil: „Jetzt reicht’s: Wir Bürgermeister setzen uns gegen den Weiterbau der A3 bis zur Staatsgrenze mit aller Kraft zur Wehr. Denn wir lassen nicht zu, dass die ASFINAG über die Interessen unserer Bürger einfach drüberfährt!

Der jetzt abschließende Plan der ASFINAG vom 10. Juni 2008 [...] zeigt deutlich: Hier soll ein Autobahnausbau kommen, der auf die Bedürfnisse der betroffenen Menschen keinerlei Rücksicht nimmt. Und das trotz unzähliger Gespräche [...], in denen die Gemeinden Wulkaprodersdorf, Siegendorf, Zagersdorf und Klingenbach ihre Forderungen eingebracht haben. Diese sind nicht berücksichtigt – im Gegenteil: Der vorliegende Entwurf würde massive Verschlechterungen für alle Anrainer bringen.“