Erstellt am 24. Juni 2015, 06:11

von Bettina Eder

Klage wegen Volksschul-Zubau. Gemeinde Wulkaprodersdorf verklagt ausführenden Architekten wegen vermeidbarer Mehrkosten, dieser wehrt sich.

Eröffnung. Im Herbst 2012 - damals noch unter Bürgermeister Rudi Haller (SPÖ, l.) - wurde der Zubau der Volksschule eröffnet. Insgesamt investierte man etwa 800.000 Euro.  |  NOEN, Gregor Hafner
Der Volksschulzubau hat nun ein gerichtliches Nachspiel. Gegen den ausführenden Architekten wird nun – mehr als zweieinhalb Jahre nach Fertigstellung – seitens der Gemeinde Klage eingereicht. So beschloss es der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag einstimmig.

„Projekt auf Punkt und Beistrich geprüft“

Der Architekt soll bei der Bauaufsicht geschludert und der Gemeinde Mehrkosten zwischen 40.000 und 50.000 Euro verursacht haben. Diese will die Gemeinde nun zurück.

„Das Projekt beschäftigt mich seit meinem Amtsantritt im November 2012 und wurde in den letzten Jahren auf Punkt und Beistrich auch von Externen geprüft“, so Bürgermeister Fritz Zarits (ÖVP). Er ergänzt: „Wir haben die Zeit gebraucht, um das alles aufzuarbeiten.“

Diskussionen gab es schon im Feber 2013

Dass es bei einer Renovierung immer wieder zu Kostenerhöhungen kommen könne, sei laut Zarits klar: „Schlussendlich kommt vieles erst im Zuge der Arbeiten zutage, aber hier wurden Rabatte und Ermäßigungen ausgeschlagen oder zusätzliche Arbeiten vergeben, die nicht notwendig gewesen wären.“

Diskussionen gab es schon im Feber 2013, als die Zahlen des Rechnungsabschlusses vorlagen und die Kosten von 650.000 auf rund 800.000 Euro in die Höhe geschossen waren.

Kritik kam damals von allen Parteien: „Es gibt keine Baustellenprotokolle, keine Aufzeichnungen über Kostenerhöhungen und deren Freigaben“, hieß es im Feber 2013 quer über alle Fraktionen.

Der betreffende Architekt stellt fest: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich bin hier das Opfer – und nicht nur ich, sondern alle Professionisten.“