Wulkaprodersdorf

Erstellt am 21. September 2016, 06:04

von Sigrid Janisch

Protest gegen Bahnschleife: Bürger wehren sich. ÖBB reichte Pläne für Schleife in Wulkaprodersdorf ein – Bevölkerung fordert Gesamtverkehrskonzept in der Region.

Bahnschleife. Die Bürgerinitiative schaltete sich ein.  |  BVZ, Janisch

So genannte „Willenserklärungen“ sollen zeigen, dass die Bevölkerung in Wulkaprodersdorf die Pläne der ÖBB mit Skepsis betrachtet. „Die Schleife wäre nicht das Problem, es gibt aber auch die B50 und die A3. Wir fühlen uns langsam überrollt“, sagt Stefan Invanschits, Sprecher der Bürgerinitiative. Er sagt: „Wir haben den Menschen die Möglichkeit gegeben, zu sagen, was sie am meisten stört und haben bisher über 400 Rückmeldungen bekommen, von rund 800 Haushalten.“

„Gemeinde muss Verhandlungsgespür beweisen“

Bürgermeister Friedrich Zarits (ÖVP) unterstützt die Initiative: „Uns stört, dass das Straßenprojekt nicht miteinbezogen wird. Die Bewohner haben dies bestätigt.“ Vonseiten des Landes gibt es ein Gesamtkonzept: „Es soll eine direkte und schnelle Verbindung von Eisenstadt nach Wien geben, die unter 45 Minuten braucht“, erklärt Peter Zinggl, Verkehrskoordinator vom Land Burgenland.

„Das Land hat keine Parteienstellung und auch keine Möglichkeit der Einflussnahme. Wir haben die Gemeinde unterstützt. Sie muss Verhandlungsgespür beweisen. Die Kosten dürfen für die ÖBB aber nicht zu hoch sein. Bisherige Vorschläge der Gemeinde hätten eine Verdoppelung der Projektkosten bedeutet“, so Zinggl.

„Demnächst sind wir zu Gesprächen im zuständigen Bundesministerium für Verkehr“, erklärt Zarits. „Wir wünschen uns eine andere Straßenführung. Wir wollen weiterhin konstruktiv an der Sache weiterarbeiten“, bestätigt SPÖ-Vorsitzender Markus Krojer. „Hier ist sich die Gemeinde einig und wir haben versucht, dass alle drei Fraktionen kooperativ zusammen arbeiten“, sagt auch Sabine Szuppin (UDW).