Erstellt am 09. Juli 2014, 10:30

Xunde Fleischfresser?. Xundheit / Dr. Nehrer über Fleischfresser und gesunde Ernährung. Der Mensch ist mehr Vegetarier als Fleischfresser.

Gemüse statt Fleisch. Viel mehr Obst und Gemüse statt Fleisch sollte in den heimischen Einkaufswägen landen. Foto: Bilderbox  |  NOEN, Erwin Wodicka - BilderBox.com

Es gibt immer wieder heftige Diskussionen zwischen Ärzten, Ernährungswissenschaftern und Diätologen, welche Nahrungsmittel gesund sind und welche nicht.

Ein Blick auf Anatomie des Menschen genügt

Die einen sagen „Low Carb“, das heißt wenig Kohlenhydrate, die anderen sagen: „Viel Eiweiß ist das Gelbe vom Ei“, andere wiederum bevorzugen FdH – „Friss die Hälfte“. Die Medien schlagen sich je nach Informationsstand und Trend auf die eine oder andere Seite.

Dabei ist die Lösung relativ einfach, man sollte sich nur die Anatomie des Menschen anschauen, dann sieht man, wofür wir gebaut sind. Der Mensch hat 24 Mahlzähne, die dazu dienen, um, wie der Name sagt, Körner Beeren, Wurzeln, Samen und Blätter zu zermahlen.

Wir haben im Gegensatz zum Wolf zum Löwen, zum Krokodil nur vier Reiß- und acht Schneidezähne. Wir sind also eher Vegetarier als Fleischfresser. Auch der Darm des Menschen ist lang wie bei Vegetariern . Wenn man das sagt, sind die Menschen ganz entsetzt, weil sie sich eingeschränkt sehen in ihren Essgewohnheiten.

Heute gibt es zum Frühstück Schinken, zu Mittag irgendein Fleischgericht und abends ein Wurstbrot. Viele Menschen essen so 21 mal Fleisch in der Woche. Jeder Österreicher isst 70 Kilogramm Fleisch im Jahr. Die 3 Lieblingsspeisen sind Schnitzel, Backhuhn und Cordon bleu.

Zweimal in der Woche Fleisch ist ausreichend

Dabei waren wir alle bis vor 40 Jahren hauptsächlich Vegetarier. In den 60- und frühen 70-Jahren haben wir zuhause maximal zweimal pro Woche Fleisch gegessen. Am Donnerstag meist Rindfleisch mit Gemüse. Am Sonntag meist Schnitzel oder Schweinebraten, das war’s.

Ich habe nichts gegen Fleisch, aber zurück zur Vernunft, zweimal in der Woche ist genug. Es gibt heute so viele verschiedene Nahrungsmittel, dass es schade wäre, sich aufs Fleisch zu beschränken. Wir haben Speisen wie Sterz, Strudeln und Knödel fast vergessen und sie sind auch im Gasthaus kaum zu bekommen. Hier wäre eine Rückbesinnung auf unsere Tradition wünschenswert.


Dr. Nehrers „xunder Blick“

Den ersten sonnigen Mittag seit langem konnten wir im gemütlichen Gastgarten Kiss verbringen. Wieder wurden wir durch die große Auswahl an vegetarischen Speisen überrascht. Wir konnten zwischen einer Spargelcremesuppe und Mozzarella mit Tomaten als Vorspeise wählen.

Das Tagesangebot waren knusprige Spargel-Erdäpfel-Karottenlaibchen sowie gebackene Champignons oder Käsespätzle. Das gesunde Angebot wird durch acht verschiedene Fischgerichte und eine reiche Auswahl an Salaten erweitert. Das familäre Ambiente und die Qualität der Speisen haben uns auch diesmal wieder überzeugt. Fazit: Sehr empfehlenswert für Vegetarierer.

Die BVZ-Aktion:

Die BVZ und Allgemeinmediziner Martin Nehrer wollen Eisenstadt gesünder machen. Dabei wird ein „xundes“ Thema in der BVZ behandelt und ein Restaurant unter die Lupe genommen. Ziel ist eine Bewusstseinsveränderung der Eisenstädter und auch die Erhöhung der „xunden Angebote“ auf den Eisenstädter Speisenkarten.


„Xund“ Kochen: Rezept Gemüsecurry

Zutaten für vier Personen:

  • 2 EL Rapsöl

  • 1 große Zwiebel, gewürfelt

  • 2 Knoblauchzehn, gepresst

  • 1 Stück Ingwer, daumengroß, geschält und gerieben

  • je 2 TL Curcuma und gem. Kreuzkümmel

  • 1 TL Koriander und Ingwer, roter, edelsüßer Paprka, edelsüß

  • eine Prise Zimt

  • 1 mittlelgroße rote Chillischote, klein geschnitten

  • 4 mittlere Karotten in Scheiben geschnitten

  • 4 mittlere Kartoffeln, geschält in kleine Würfel geschnitten

  • 200 g Fisolen, in ca. 3 cm große Stücke geschnitten

  • 1 Zucchini, mittelgroß, längs halbiert, in Scheiben geschnitten

  • 200 g Champignons

  • nach Wunsch frisches Koriandergrün und 1 - 2 EL Naturjoghurt

Zubereitung:
Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebel und Knoblauch bei mäßiger Hitze einige Minuten weichdünsten, nicht bräunen! Ingwer und die Gewürze daumischen, kurz anrösten. Das Gemüse dazugen, durchrühren, kurz anbraten und mit Wasser bedeckt auffüllen.

Für ca. 20 Minuten kochen, bis die Kartoffeln und Karotten weich sind. Immer wieder umrühren damit sich nichts am Topfboden anlegt. Während der Kochzeit kann man den Basmatireis als Beilage zubereiten. Vor dem Servieren kann man ein bis zwei EL Joghurt einrühren und das Gericht mit gehacktem Koriander bestreuen.