Erstellt am 16. April 2014, 08:54

Zank um ELGA-Daten. Rust / Weil Arzt Christian Euler Krankenkassen-Mitarbeitern über die Schultern schaute, wittert Patientenanwalt „Datenmissbrauch“.

Einsicht. Christian Euler wollte seine Daten kontrollieren. Foto: Sorger  |  NOEN, Sorger

Diskussionen um die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) sind derzeit allgegenwärtig – nun sorgt ein kurioser Fall im Burgenland für Aufsehen: Der Ruster Gemeindearzt und Präsident des Österreichischen Hausärzteverbandes Dr. Christian Euler, selbst ein erklärtere ELGA-Gegner, wollte bei der Gebietskrankenkasse (BGKK) „abklären, ob von außen etwas aus meinen Ordinationsdaten gelöscht werden kann“.

Dort habe ein Sachearbeiter, der keinen Zugang zu den betreffenden Daten hatte, eine Kollegin zurate gezogen, wie Euler berichtet: „Sie hat sich eingeloggt, wir haben alle drei hineingeschaut, die Sache war bereinigt.“ Protokolliert werde nur der Zugriff auf die Datei „und nicht, dass zwei mitgeschaut haben, die nicht berechtigt sind“, bestätigt Euler.

Für Euler allerdings "kein Unrecht passiert"

Damit erregte Euler allerdings selbst beim Niederösterreichischen Patientenanwalt Gerald Bachinger den „Verdacht auf Datenmissbrauch“. Der hat eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft und der Datenschutzbehörde eingebracht. Denn – so der ernste Hintergrund der kuriosen Geschichte: Einblick in die Daten dürfen nur berechtigte Personen nehmen.

Für Euler ist allerdings „kein Unrecht passiert, weil es nur die gesehen haben, die es was anging“, so Euler. BGKK-Direktor Christian Moder: „Unsere Mitarbeiter haben nur Zugriff auf ihren Tätigkeitsbereich. Natürlich schaut man sich den Fall an, wenn was nicht passt. Aber sie legen einen Eid darauf ab, dass alle Daten vertraulich behandelt werden – sonst ist das ein Entlassungsgrund.“