Erstellt am 10. August 2011, 00:00

Ziesel auf dem Prüfstand. STUDIE / Anhand von Messungen und Kotproben sollen Verhaltensbiologen feststellen, wie gestresst die Steinbruch-Ziesel sind.

Untersuchung. Eva Millesi vom Department für Verhaltensbiologie der Uni Wien untersucht die gefangenen Ziesel hinsichtlich Größe, Gewicht und Kot. Dieses junge Weibchen konnte dem Erdnussbutter-Köder nicht widerstehen und ging sogar mehrmals in die Falle.SORGER  |  NOEN
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VON NINA SORGER

SANKT MARGARETHEN / Die Ziesel am Parkplatz des Römersteinbruchs stehen derzeit besonders unter Beobachtung. Im Auftrag der burgenländischen Landesregierung werden die Tiere der Zieselkolonie vom Department für Verhaltensbiologie der veterinärmedizinischen Universität untersucht. Wir fangen die Ziesel in Käfigen, die mit Erdnussbutter als Köder bestückt sind und ständig beobachtet werden, erklärt die Projektleiterin Eva Millesi: Geht ein Tier in die Falle, wird es schnell gemessen, gewogen, markiert und eine Kotprobe abgenommen. Das dauert nur wenige Minuten, damit die Tiere nicht unnötigem Stress ausgesetzt sind. Anhand der Messungen soll der Zustand der rund 100 Ziesel umfassenden Kolonie erhoben werden. Das Hauptinteresse gilt den Weibchen, so Millesi: Wir müssen schnell arbeiten, da die Weibchen Mitte August schon in den Winterschlaf gehen. Bis jetzt stehen alle erfassten Tiere gut im Futter.

Anhand der Kotproben soll festgestellt werden, ob die Tiere am Festspielparkplatz stärker unter Stress stehen als in anderen Lebensräumen. Daher werden im September auch noch die heuer geborenen Jungtiere untersucht, bevor Ende September das Ergebnis der Kot untersuchung feststeht. Eines scheint sich schon jetzt abzuzeichnen: Die Untersuchung scheint die Tiere nicht sonderlich zu stressen einige gehen uns wegen der leckeren Erdnussbutter sogar mehrmals in die Falle, so Millesi schmunzelnd.