Erstellt am 27. Januar 2016, 05:08

von Elisabeth Kirchmeir

Wer zahlt 800.000 Euro?. Die Energie Burgenland klagte die früheren Begas-Vorstände und fordert von ihnen 800.000 Euro für die 2012 durchgeführte aktienrechtliche Sonderprüfung.

Die Energie Burgenland bittet ihre Ex-Vorstände Simandl und Schweifer zur Kasse. Sie sollen die Kosten für die aktienrechtliche Sonderprüfung übernehmen.  |  NOEN, BVZ

Während der Termin für den Strafprozess gegen die Ex-Begas-Vorstände Rudolf Simandl und Reinhard Schweifer und weitere Angeklagte noch nicht feststeht, fanden vorige Woche im Zusammenhang mit der Begas-Affäre am Landesgericht Eisenstadt zwei Zivilprozesse statt.

Sonderprüfung nach Entlassung der Bosse

Eines der Verfahren dreht sich um einen Betrag von 800.000 Euro, den die Energie Burgenland von den Ex-Vorständen eintreiben möchte.

So viel kostete nämlich jene aktienrechtliche Sonderprüfung, die 2012 nach der fristlosen Entlassung der Energiebosse durchgeführt werden musste, um die damals aufgetauchten Verdachtsmomente zu klären. Seither traten zahlreiche Hinweise auf Unregelmäßigkeiten zutage.

Das zweite Zivilverfahren betrifft allein Reinhard Schweifer: Von ihm fordert die Energie Burgenland 160.000 Euro zurück. Es handle sich dabei, so Energie Burgenland-Rechtsanwältin Piroska Vargha (Kanzlei Lansky, Ganzger und Partner), um zu Unrecht bezogene Gehaltsbestandteile bzw. Lohnsteueranteile.

Schweifer: „Die Größenordnung passt“

Das von Schweifer von 2005 bis 2011 ins Verdienen gebrachte Einkommen einschließlich eines „unüblich teuren Dienstwagens“ (der Marke Audi A6) habe die Ortsüblichkeit weit überstiegen, erklärte Energie Burgenland Anwalt Gerald Ganzger während des Prozesses.

Schweifer habe bei der Begas von 2005 bis 2010 jährlich zwischen 189.000 und 206.000 Euro brutto erhalten und ab 2011 als Bewag-Vorstand 285.000 Euro verdient.

„Die Größenordnung passt. Ob es zehn Prozent mehr oder weniger waren, kann ich nicht sagen“, erklärte dazu Reinhard Schweifer. Vertagt.