VON MARTIN GEBHART
Erst diese Woche ist im Ärzteverlag ein Buch erschienen, das aus der Sorge um die künftige ärztliche Versorgung am Land entstanden ist. In Oberösterreich wurde deswegen sogar eine Initiative für die Landärzte gestartet. Und in NÖ beschäftigt sich am Donnerstag ein Antrag von ÖVP, SPÖ und FPÖ damit. Nicht zuletzt wegen des Drucks aus vielen Landgemeinden.
Der plakativste und meist diskutierte Punkt darin ist die Frage der Hausapotheken. Seit Jahren liegen NÖ Ärztekammer und NÖ Apothekenkammer deswegen im Clinch. Im Bezirk Krems war von der Ärztekammer sogar ein Trauerzug organisiert worden, weil eine Hausapotheke zusperren musste. Während die Apothekerkammer will, dass das derzeitige System bleibt, fordern die Ärzte und Gemeinden Änderungen. Sie wollen, dass die Beschränkungen für Hausapotheken aufgeweicht werden. Im Antrag heißt es dazu wörtlich: „Es ist unbestritten, dass insbesondere im ländlichen Raum der ärztlichen Hausapotheke eine wichtige Rolle bei der Sicherung der Arzneimittelversorgung zukommt.“ Man wolle ein sich sinnvoll ergänzendes System von öffentlichen Apotheken und Hausapotheken.
Der Antrag geht allerdings weiter und trägt letztendlich die Handschrift von Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka. Der hatte sich in Europa mehrere Gesundheitssysteme angeschaut und war letztlich von jenem in Dänemark am meisten begeistert.
Dieses hat die Finanzierung aus einer Hand. Der Staat gibt die Grundlinien vor, die Regionen steuern die Gesundheitsversorgung in ihrem Bereich. Wobei Spitäler und niedergelassene Ärzte an einem Tisch sitzen. Die Gemeinden wiederum sind für die Gesundheitsvorsorge verantwortlich.
Für Österreich fordert der Landtagsantrag ein ähnliches System. Der Bund soll einheitliche Standards bezüglich der geforderten medizinischen Qualität vorgeben. Die bundesweiten Vorgaben für Planung, Steuerung und Finanzierung sollten dann partnerschaftlich zwischen Land und Sozialversicherung sowohl im stationären als auch ambulanten Bereich verbindlich regional umgesetzt werden. Wobei die Landesgesundheitsplattformen zum zentralen Steuerungselement auf Landesebene werden könnten. Und im Sinne des Sparpakets: „Dadurch können mittel- und längerfristig bestehende Parallelstrukturen aufgelöst und Schnittstellenprobleme verhindert werden.“
Alles Maßnahmen, die einer Revolution im Gesundheitssystem gleichkommen. Und die bei den Ärztevertretungen und Sozialversicherungen noch für viel Diskussionsstoff sorgen werden.







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