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23.01.2012 | 00:00 |
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Kampf um Zukunft der Ärzte am Land

Mit einem Drei-Parteien-Antrag wollen Niederösterreichs Abgeordnete Änderungen im Bereich der niedergelassenen Ärzte. Mit dabei auch die umstrittene Frage der Hausapotheke.

  • Die Apotheken wehren sich gegen eine Ausweitung der Hausapotheken. Der Landtag will diese für die niedergelassenen Ärzte. WALDHÄUSL Die Apotheken wehren sich gegen eine Ausweitung der Hausapotheken. Der Landtag will diese für die niedergelassenen Ärzte. WALDHÄUSL
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VON MARTIN GEBHART

Erst diese Woche ist im Ärzteverlag ein Buch erschienen, das aus der Sorge um die künftige ärztliche Versorgung am Land entstanden ist. In Oberösterreich wurde deswegen sogar eine Initiative für die Landärzte gestartet. Und in NÖ beschäftigt sich am Donnerstag ein Antrag von ÖVP, SPÖ und FPÖ damit. Nicht zuletzt wegen des Drucks aus vielen Landgemeinden.

Der plakativste und meist diskutierte Punkt darin ist die Frage der Hausapotheken. Seit Jahren liegen NÖ Ärztekammer und NÖ Apothekenkammer deswegen im Clinch. Im Bezirk Krems war von der Ärztekammer sogar ein Trauerzug organisiert worden, weil eine Hausapotheke zusperren musste. Während die Apothekerkammer will, dass das derzeitige System bleibt, fordern die Ärzte und Gemeinden Änderungen. Sie wollen, dass die Beschränkungen für Hausapotheken aufgeweicht werden. Im Antrag heißt es dazu wörtlich: „Es ist unbestritten, dass insbesondere im ländlichen Raum der ärztlichen Hausapotheke eine wichtige Rolle bei der Sicherung der Arzneimittelversorgung zukommt.“ Man wolle ein sich sinnvoll ergänzendes System von öffentlichen Apotheken und Hausapotheken.

Der Antrag geht allerdings weiter und trägt letztendlich die Handschrift von Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka. Der hatte sich in Europa mehrere Gesundheitssysteme angeschaut und war letztlich von jenem in Dänemark am meisten begeistert.

Dieses hat die Finanzierung aus einer Hand. Der Staat gibt die Grundlinien vor, die Regionen steuern die Gesundheitsversorgung in ihrem Bereich. Wobei Spitäler und niedergelassene Ärzte an einem Tisch sitzen. Die Gemeinden wiederum sind für die Gesundheitsvorsorge verantwortlich.

Für Österreich fordert der Landtagsantrag ein ähnliches System. Der Bund soll einheitliche Standards bezüglich der geforderten medizinischen Qualität vorgeben. Die bundesweiten Vorgaben für Planung, Steuerung und Finanzierung sollten dann partnerschaftlich zwischen Land und Sozialversicherung sowohl im stationären als auch ambulanten Bereich verbindlich regional umgesetzt werden. Wobei die Landesgesundheitsplattformen zum zentralen Steuerungselement auf Landesebene werden könnten. Und im Sinne des Sparpakets: „Dadurch können mittel- und längerfristig bestehende Parallelstrukturen aufgelöst und Schnittstellenprobleme verhindert werden.“

Alles Maßnahmen, die einer Revolution im Gesundheitssystem gleichkommen. Und die bei den Ärztevertretungen und Sozialversicherungen noch für viel Diskussionsstoff sorgen werden.
 



Hausapotheken. Ob es eine ärztliche Hausapotheke gibt oder nicht, spielt in der Frage der Nachbesetzung von Ordinationen eine wesentliche Rolle. In NÖ gibt es rund 270 Ärzte mit ärztlicher Hausapotheke, die ihre Patienten selbst mit Medikamenten versorgen.
 
Bewilligung. Eine ärztliche Hausapotheke aufsperren, kann ein Arzt aber nur, wenn sich unter anderem in seiner Gemeinde keine öffentliche Apotheke befindet und die nächste öffentliche Apotheke mehr als sechs Straßenkilometer entfernt liegt, sagt das Apothekengesetz.
Weiterführung. Wenn ein Arzt bereits eine ärztliche Hausapotheke hat, aber eine öffentliche Apotheke weniger als vier Kilometer von seiner Ordination entfernt öffnet, dann muss der Arzt seine Hausapotheke aufgeben.
Beträgt die Entfernung zwischen öffentlicher Apotheke und Arzt hingegen zwischen vier und sechs Kilometern, kann der Arzt seine Hausapotheke weiterführen, sein Nachfolger aber darf die ärztliche Hausapotheke nicht übernehmen. Vor der Apothekengesetz-Novelle 2006 war das noch anders, weil bis dahin bestehende Hausapotheken übertragen werden konnten, wenn die Ordination nicht näher als vier Kilometer von der nächsten öffentlichen Apotheke entfernt war.
 
Öffentliche Apotheken. Gesetzliche Voraussetzungen gibt es nicht nur für Hausapotheken. Auch öffentliche Apotheken müssen Rahmenbedingungen einhalten. Zum Beispiel kann keine öffentliche in einer Gemeinde eröffnen, wenn es dort nur einen Allgemeinmediziner mit Hausapotheke gibt, wenn es zu wenig Kunden gibt oder die nächste öffentliche Apotheke zu nahe liegt. www.ris.bka.gv.at




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hnader12 (1)
26.01.2012 08:27

(0)
Kampf um die Zukunft der Ärzte im Land
Die Versorgung der Bevölkerung durch Ärzte und mit Medikamenten, vor allem der älteren und nicht mehr mobilen Menschen, ist ein ganz wichtiges Thema.
Ich hätte 2 Vorschläge zu diesem Thema um die Versorgung zu gewährleisten.

1. In Gebieten in denen bisher der praktische Arzt eine Hausapotheke führen durfte und dies jetzt umstritten ist, könnte man einen Shutteldienst einrichten. Sozusagen eine Hauszustellung seitens der Apotheken. Der Arzt mailt das Rezept an die nächstgelegene Apotheke, diese sammelt die Rezepte und stellt am darauffolgenden Tag die verordneten Medikamente den Patienten zu. Das spart gefahrene Kilometer und die Menschen in dünnbesiedelten Gegenden werden versorgt.

2. Oder die praktischen Ärzte deren Hausapotheke jetzt umstritten ist, besorgen die Medikamente bei den nächstgelegenen Apotheken, damit ist deren Umsatz gesichert und die Versorgung der Patienten auch. Es darf auf keinen Fall zu einer Erhöhung der Kosten für den Patienten kommen, denn die Rezeptgebühren sind schon hoch genug.
Bahnweiche (539)
04.02.2012 15:34

(0)
Der Landarzt lebt
zu 80% von seiner Hausapotheke!
Die Praxen sind ja bereits die reinsten "Jausenstationen" wo die Patienten sackerlweise die Medikamente rausschleppen.
unbekannt (46)
23.01.2012 00:54

(0)
Mal nachgedacht ....
..wie schaut das aus: Eine Alte Frau braucht zum Greißler eine gute Stunde hin und eine Stunde zurück. Sie ist Alleinstehend, kinderlos und ihr Alter ein weiteres Handicap.

Dieselbe Frau braucht Medikamente auch. Die kreigt sie nur mit einem Rezept, klar. Das sie relativ problemlos an das Rezept kommen kann verlangt sie dem Verständnis ihre Hausarztes der sie da versorgt denn selber könnte sie ja nicht einmal den Hausarzt aufsuchen der, wenige zwar, aber unüberbrückbare Kilometer entfernt seine Praxis hat.

Der Hausarzt bringt ihr die Medikmente aus seiner Hausapotheke - und wenn der in Pension geht darf der Nachfolger keine Hausapotheke mehr haben.

Dann hängen wir da wieder die Caritas oder sonst wen rein oder wie?

Das auch mal zum Thema Sparpaket. Was auf der einen Seite scheinbar gespart wird bringt die andere Seite im Wortsinne ins Grab.

Was im Gesundheitswesen, ein Schwerpunkt im Moment beim Sparpaket, da noch eingespart werden soll frage ich mich ohnehin.

Für mich jedenfalls sieht es so aus als wäre dann Mord legalisiert wenn einer nur vorher eh schon krank ist!

Als NÖ jedenfalls fühle ich mich nicht mehr wohl in meiner Haut. Alles was mir noch bleibt ist mich dem Diktat des Herrn Sobotka zu fügen in der Hoffnung das es gut gehen möge.

Diktat deswegen da es hier jetzt bereits nach dem Motto geht:Sie werden geholfen werden, friß und stirb!


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