Erstellt am 27. Mai 2011, 12:40

Bilder von der Seniorenreise 2011 in Spanien. Seniorenreisen wählte heuer die Costa Azahar als Ziel für das Frühjahrstreffen des Pensionistenverbandes Österreich. 8000 Teilnehmer – darunter 4500 aus Niederösterreich erkundeten diese kaum bekannte Küste und dessen Hinterland.

 |  NOEN, Walter KNORR

563 verschiedene Orangensorten gedeihen an der Costa Azahar, der „Küste der Orangenblüte“. Unter spanischen Urlaubern ist sie sehr beliebt, für ausländische Gäste jedoch eher ein Geheimtipp. Die österreichischen Pensionisten wohnten in dem  Küstenort Peníscola, von wo aus sie ihre abwechslungsreichen Ausflüge starteten. Begleitet wurden sie von 28 Reiseleitern, die perfekt spanisch sprachen, jedoch nicht immer „Einheimische“ waren. So meldete sich etwa der seit 13 Jahren in Spanien lebende, aus Puchberg/ Schneeberg stammende, Hermann Zottl,  bei Seniorenreisen als Reiseleiter, um seinen aus Niederösterreich stammenden ehemaligen Landsleuten seine neue Heimat zu zeigen.

Edith, eine Pensionistin aus dem Industrieviertel war zum ersten Mal in ihrem Leben in Spanien. „Meine Firma  hat mich mit 50 Jahren in die Langzeitarbeitslose geschickt. Nach weiteren fünf Jahren wurde mir die Frühpension zuerkannt, aber ich finde es eine Schande, das Menschen so früh in Pension geschickt werden, wenn sie eigentlich noch arbeiten wollen und können“. Augenzwinkernd fügt sie dann jedoch hinzu, „aber jetzt habe ich wenigstens mehr Zeit, um mit dem Pensionistenverband zu vereisen“.
Das idyllische Städtchen Peníscola, mit seinen leuchtend weiß getünchten, würfelförmigen Häusern, wurde im Mittelalter auf einem Kalksteinfelsen erbaut. Hoch erhaben „thront“ darüber eine wuchtige Burg, einst Zufluchtsstätte des Gegenpapstes Benedikt XIII., auch  „Papa Luna“ genannt. Die Burg ist nach der Alhambra eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Spaniens. Über die Wasserversorgung der Stadt wussten die Bewohner lange nicht, woher sie eigentlich kommt. Mittlerweile haben Geologen herausgefunden, dass hier unterirdische, aus den Pyrenäen kommende Flüsse, ins  Mittelmeer fließen. 4200 Einwohner zählt die Stadt, in der touristischen Hochsaison wächst diese Zahl mit den Urlaubern auf  bis zu 150.000 an, die sich dann auf dem kilometerlangen, feinsandigen Strand bräunen lassen.  
Auf unserem Ganztagesausflug nach Morella, vorbei an Oliven-, Mandel – und Johannisbrotbaumplantagen, erhebt sich vor unseren Augen, in über 1000 m Höhe, die Jahrhunderte alte Stadtmauer und eine massive Burg. Unser Reiseleiter Fredi Platte, ein Baske mit deutschen Wurzeln, fordert uns über Mikrophon auf: „Hier machen wir eine japanische Foto-Pause. Aussteigen, klick, klick, einsteigen“. Durchschreitet man eines der gewaltigen Stadttore, gerät man unversehens in ein Gewirr von engen Gassen mit gotischen Bögen, Säulenportalen und Herrenhäusern mit Kachelbildern. Bekannt ist der Ort auch für seinen, sechs bis sieben Jahre lang luftgetrockneten Stierschinken „Cecina“.

Ein Halbtagesausflug führte die Pensionisten zum unterirdischen Fluss San José, nahe der Stadt Vall d’Uixó. Bei einer Bootsfahrt  konnten die Teilnehmer die launenhaften Felsformationen dieser Tropfsteinhöhlen entdecken. Auch im Ebro-Delta, das zu den größten Feuchtgebieten des Mittelmeerraumes zählt, war eine Schifffahrt eingeplant. An Bord gab es frische Muscheln und ein Glas Wein. Bei einem Besuch des Naturparks „ Desierto de las Palmas“, konnte vom 800 m hohen Gipfel des Bartolo die ganze Schönheit der weiten Ebene Castellóns betrachtet werden. Anschließend wurden in Benicassim die berühmten Karmeliter-Liköre verkostet.
Zum Frühjahrstreffen 2012 reisen die Pensionisten aus Niederösterreich, zusammen mit Teilnehmern aus Salzburg, Tirol, Vorarlberg und der Steiermark nach Italien in die Abruzzen.