Erstellt am 29. Oktober 2013, 13:06

Genussreiches Burgund. "Leben wie Gott in Frankreich?" Nein! „Leben wie Gott im Burgund“ muss es heißen, denn in dieser im Herzen der République française gelegenen Region fühlen sich Feinschmecker wie im 7. Himmel.

das Château Pierreclos  |  NOEN, Christiane Buchecker
Von Christiane Buchecker

Von Mâcon zum Wein im Mâconnais: Die Fahrt im Oldtimer durch enge Gassen, flankiert von charmanten Häusern, und auf ebenso engen Straßen, in Sichtweite prächtige Schlösser, stattliche Weingüter und Weingärten bis zum Horizont, wird zu einer wunderbaren Entdeckungsreise – für Augen und Gaumen.

Ab und zu hängen jetzt, Mitte Oktober, noch Chardonnay-Trauben an den Stöcken. Auf 90 Prozent der Anbaufläche ist diese Rebsorte hier ganz im Süden des Burgunds zu finden.

In Stahl oder Holz wird der körperreiche Weiße ausgebaut. Ein Tipp: die Weine von Pouilly-Fuissé, einer bedeutenden Appellation d’Origine Contrôlée am Fuß des Felsens von Solutré, kosten. Es ist eine Freude!

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Freud und Leid liegen eng beieinander, auch beim Wein. Wenn die Rebe leidet, bringt sie bessere Trauben hervor, meinen Weinkenner. Im Burgund leiden aber durch die bodennahe Erziehung (unter anderem um die Rebstöcke zu schonen, die Bodenwärme zu nutzen und dicht pflanzen zu können) nicht nur die Reben, sondern auch die Menschen – es wird praktisch in dauergebückter Haltung geerntet. Zweimal gelitten ist offensichtlich Garant für beste Qualität.

Vom Chardonnay zum Pinot Noir

Auf den Weißwein folgt der Rote, genauer gesagt der Pinot Noir der Côte de Nuits. Im Keller des Guts Clos St. Louis von Winzer Philippe Bernard in Fixin riecht es intensiv nach dem Traubensaft, der daran arbeitet, zum Wein zu werden. Während die Weinpresse läuft, wird verkostet.

Glas für Glas wird es schwieriger, den Durchblick bei den Etikettenbezeichnungen (Anbaugebiet, Lagen, Qualität der Lagen, ...) zu behalten. Im Vergleich dazu bringt Philippe seine Aufgabe als Winzer auf einen einfachen Nenner: „Ich bewahre den Wein davor, schlecht zu sein.“ Und das kann er: „à votre santé!“

In Dijon dreht sich nicht nur alles um Senf

Roter als rot, so ist er, der edle Saft aus der schwarzen Johannisbeere, Crème de Cassis genannt. Bei Isabelle und Sylvain Olivier in Nuits-Saint-Georges dürfen die Beeren fünf Monate lang im Alkohol genüsslich baden. Danach wird der Saft abgezapft und Zucker beigegeben, um ihn dickflüssig zu machen. Schmeckt besonders in Weißwein (Kir) und Sekt oder Champagner (Kir Royal).

Nach Wein pur und Wein mit Cassis folgt man mit etwas beschwingtem Schritt dem Weg der Eule in Dijon. Zu den 22 Etappen des Rundgangs (das Heft mit Erklärungen erhält man im Tourismusbüro, 11 & 11ter rue des Forges) zählen die Markthallen (Markttage sind Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag), die Kirche Notre-Dame (mit der linken Hand die Steineule an der linken Außenwand berühren – es bringt Glück!), der Philippe Le Bon-Aussichtsturm (der Aufstieg lohnt), das renovierte Museum der Schönen Künste (Eintritt frei, wie bei allen städtischen Museen) und viele andere Sehenswürdigkeiten mehr.

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Nach so viel Kultur noch eine Delikatesse von Dijon, die die Lebensgeister wieder weckt: Senf. Klassisch ist er fein gemahlen und scharf. Bei Valérie Grandet kann man ihn selbst herstellen. Senfkörner, Salz und Weißwein gehören dazu. Während die Körner mit dem Mörser zerstoßen werden, stärkt man sich mit einem Glas Chardonnay – der Kreis schließt sich.

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