Erstellt am 09. April 2013, 16:18

Geocaching: Schatzsuche einmal anders. Geocaching ist eine Hightech-Schatzsuche, die weltweit gespielt wird. Anstatt von Landkarten benützen die Spieler ein GPS-Gerät, mit dessen Hilfe sie einen Schatz – den sogenannten Cache – finden. Im Vordergrund stehen das Abenteuer und die Bewegung in der Natur.

 |  NOEN, Niederösterreich-Werbung/Robert Herbst
Von Alexandra Halouska

Herrenlose Blumentöpfe, abgeschlagene Mistkübel und alte Telefonzellen – der „Geo-Muggel“ passiert diese Verschleißerscheinungen mit gekonntem Desinteresse. Ganz anders tut es der Geocacher – für den Freizeit-Detektiv des 21. Jahrhunderts kann jeder Spalt das „Tor“ zu einer anderen Welt sein.

„Geocaching“ heißt das neue Lieblingshobby von Rätsel-Knackern, Schnitzeljägern und Naturfreunden. Das Prinzip ist einfach: Jemand versteckt etwas, und andere müssen es suchen. Allerdings funktioniert die Schatzsuche nicht mit traditionellen Landkarten oder Papierschnipseln, sondern mit Hilfe von Koordinaten. Die stehen im Internet (siehe Infobox). Das wichtigste Werkzeug eines Geocachers ist daher ein GPS-System.
Geocaching wird bereits seit dem Jahr 2000 praktiziert. Laut der Datenbank des größten Geocache-Verzeichnisses geocaching.com existieren weltweit über zwei Millionen aktive Caches, davon befinden sich 28.000 in Österreich. Für ein Cache-Versteck ist kein Berg zu hoch und kein Wasser zu tief: Der „Rainbow Hydrothermal Vents“ liegt auf dem Meeresgrund in 2.300 Meter Tiefe. Sein Pendant nennt sich „Earth’s Roof – Mount Everest Peak“ und ist der höchst gelegene Schatz der Welt. Und wen das Irdische nicht reizt, der kann sich auf die Suche nach dem „International Space Station Travel Bug“ machen. Dieser Cache befindet sich im Weltall und wurde von dem Weltraumtouristen Richard Garriott versteckt.

Der Cache ist nichts anderes ein wasserdichter Behälter (oft Plastikbox). Er beinhaltet kleine Tauschgegenstände und ein Logbuch. Wer einen Cache findet, trägt sich in das Logbuch ein und tauscht einen persönlichen Gegenstand mit einem Objekt aus dem Behälter. Tipp für unerfahrene Geocacher: Vor dem Start also immer an ein kleines Geschenk denken.
Längst hat der Tourismus dieses Hobby für sich entdeckt. Mittlerweile gibt es eigene Geocaching-Reisen und Ausflüge. NÖ hat als erstes Bundesland sogar eine Serie entwickelt. Vom Öko-Radcache in den Hundsheimer Bergen angefangen über römische Rätselcaches bis hin zum launigen Wein-Cache bei Göttlesbrunn – diese Schatzsuchen unterhalten Familien und Individualisten gleichermaßen.
Der 25-jährige Student Simon Krauter hat das Geocaching vor fünf Jahren entdeckt. Und ist seither ein begeisterter Fan: „Das Schöne dabei ist, dass man Orte und Städte auf eine neue Art und Weise wiederentdeckt.“
Um den Sinn dieses Spiels zu bewahren, gelten folgende Regeln: Umwelt- und Naturschutz sind verpflichtend. Verschwiegenheit ist oberstes Gebot. Das Motto lautet daher: „Verdeckt ermitteln!“

ABC für Geocacher
  • Cache: der verborgene Schatz, zumeist eine wasserdichte Box
  • (Geo)Muggel: Menschen, die Geocaching nicht kennen
  • Multicache: Mehrere Stationen sind zu absolvieren, um das finale Cache-Versteck zu finden.
  • Rätselcache: Der Spieler löst Rätsel, um das Cache-Versteck zu finden.
  • Stashnote: schriftliche Begrüßung für Finder eines Caches
  • Tradis (Singlecache): Hier finden die Spieler die Koordinaten des Cache-Verstecks.

Webseiten-Tipps:

Dem Alltag entfliehen: Mehr spannende Reise-Geschichten finden Sie im NÖN-Sonderprodukt >> Schöner Urlaub.