Erstellt am 04. Februar 2016, 13:56

von Udo Sagl

Oh Zeus – was für ein Paradies!. Das „unbekannte“, ursprüngliche Hellas: Streifzug von Euböa bis zum südlichen Peloponnes.

 |  NOEN, Sagl
Hera war hier. Die bezaubernde, wunderschöne Hera. Und dann kam Zeus. Sein heißes Herz entflammte lichterloh zu einer göttlichen Liebe, die auf dem Berg Ochi ihren Anfang nahm. Hoch über dem Golf von Petali, am Sporn von Euböa, fanden Zeus und Hera zusammen.
Was für ein himmlischer Ort! Was für ein prächtiger Ausblick! Was für eine herrliche Umgebung, die sich Zeus da für sein Rendezvous ausgesucht hat.

„Ja, der alte Göttervater“, verrät Reiseführerin Ioanna schmunzelnd. „Der war ein großer Genießer.“ Fürwahr! Eine spiegelglatte See, tiefblau bis türkis schillernd. Mit unzähligen Buchten und kleinen Inseln. Eine fjordartige Küste, gesäumt von Ölbäumen und aufgelockert von Ginsterbüschen, in denen die Zikaden ihr fröhliches Lied zirpen. Und das alles vor der mächtigen Kulisse einer alpin anmutenden Gebirgskette. Es riecht nach Wildnis, es duftet nach Thymian.

Oh Zeus, was für ein Paradies!

Euböa, 175 Kilometer lang und bis zu 45 Kilometer breit, die zweitgrößte Insel Griechenlands. Und jedes Fleckchen hat seinen eigenen Reiz – der Norden üppig bewaldet und wasserreich, der Süden trocken und karg. Ganz im Unterschied wiederum zum fruchtbaren Osten mit dem lieblichen Hafenstädtchen Kymi. Und die Westküste hat’s überhaupt in sich. Etwa der Badeort Nea Styra mit einsamen Sandstränden, die bis zum malerischen Hafenort Marmaris und darüber hinaus kilometerweit bis Karystos in bester Lage aneinandergereiht sind.

25 Drachenhäuser – und ein Geheimnis

Der allerschönste Strand ist durch einen aussichtsreichen Wanderweg erschlossen und trägt den bezeichnenden Namen „Paradiesbucht“. Keine Frage: Zeus, der Genießer, hatte auch hier seine Hände im Spiel. Wie überhaupt Zeus und Euböa in ganz enger mystischer Verbindung stehen. So dürften auch die geheimnisumwitterten 25 „Drachenhäuser“ in den Bergen dem Göttervater zu verdanken sein. Archäologen vermuten, dass es sich um Reste von monumentalen Tempeln handelt, zu Ehren von Zeus aus riesigen Steinplatten errichtet.

Heute setzen die Bewohner von Euböa eher auf Bodenständiges und – ganz im Sinne von Zeus – auf Genuss. Grillabend im Bergdorf Reouzi: Tavernen-Chef Takis tischt groß auf. Es gibt Lammkoteletts und Fleischspieße, würzig auf Holzkohle zubereitet. Dazu frisches Brot, Tsatsiki, gebratene Auberginen und, und, und . . . „Kommt in die Küche!“, sagt Takis. „Schaut in die Töpfe – wie zu Hause!“
Gastfreundschaft pur: Euböa ist ursprünglich – Griechenland in guter alter Reinkultur, weit weg vom Massentourismus. Vergleichbar nur mit Mani, dem mittleren „Finger“ des Peloponnes.

Also: Auf ins nächste Paradies! Wobei sich die Weiterreise als überaus lohnend erweist. Denn entlang der Route liegen Meilensteine der Geschichte – das Schlachtfeld von Marathon, der Kanal von Korinth, die antike Burg von Mykene und die imposante Festung Palamidi über dem Hafen von Nauplia.
Dann folgt Kalamata, dann schon Mani. Eine Welt für sich. Abgeschieden und wild, vom Taygetos-Gebirge geprägt.

An „Wahrzeichen“ mangelt es der eigenwilligen Halbinsel nicht. Es sind die festungsartigen Wohntürme, die der dünn besiedelten Gegend ihren einzigartigen Charakter verleihen.
Sehenswert: Kardamyli mit seiner gut erhaltenen Altstadt und mit hübschen Badestränden, Aeropolis mit seinen kunstvoll gepflasterten Gassen und die romantische kleine Hafenbucht Limeni.

„Show“ zum Abendrot: „Tanz“ der Delphine

Vor allem der nordwestliche, grüne Teil der Halbinsel, die „messinische Mani“, besticht durch eine großartige Landschaftskulisse: Bergketten, dichte Olivenhaine, majestätische Zypressen, kristallklares Meer, malerische Sonnenuntergänge.

„Im Abendrot sieht man hier massenhaft Delphine“, erzählt Spiros, ein heimischer Fischer, voller Begeisterung. „Sie springen meterhoch aus dem Wasser, drehen sich in der Luft, als wollten sie tanzen – einfach aus Freude am Leben.“

Oh Zeus, das ist das Paradies!

Flüge und Infos

Anreise:
Fly Niki fliegt Kalamata von Wien aus jeden Sonntag (ab 6. März) und jeden Donnerstag (ab 5. Mai) an. Flüge nach Volos gibt es bei Fly Niki dienstags (ab 3. Mai). Wien-Athen steht bei der AUA und bei Aegean Airlines auf dem Flugprogramm.

Pauschalangebote:
Euböa: Zehn Tage werden bei Raiffeisen Reisen ab 896 Euro angeboten. Im Preis sind neben dem Linienflug neun Nächtigungen samt Halbpension (Hotel Venus Beach*** oder Hotel Castello Rosso***/****) und drei Ausflüge (Athen/Akropolis/Piräus; Korinth/Mykene/Nauplia; Orakel von Delphi) inkludiert.

Peloponnes: Acht Reisetage gibt es bei Raiffeisen Reisen ab 899 Euro. Im Preis inbegriffen sind der Flug, sieben Übernachtungen mit Halbpension im Hotel Akti Taygetos**** und drei Ausflüge (antikes Olympia; Halbinsel Mani; Mykene/Nauplia); Details unter: www.raiffeisen-reisen.at

Informationen und Buchungen:
17 Raiffeisen-Reisebüros in Wien und Niederösterreich, Internet: www.raiffeisen-reisen.at, E-Mail: buze@raiffeisen-reisen.at, 01/31375-82