Erstellt am 11. April 2011, 08:06

Sonne, Kultur und Meer. MALTA / Ob Party, Wassersport oder Kultur pur – auf der kleinen Mittelmeer- insel ist für jede Altersklasse und Stilrichtung etwas dabei.

 |  NOEN
VON MICHAEL SALZER

„Es ist viel zu kalt für die Jahreszeit“, erzählt wieder einmal die Wetterfee im Fernsehen. Keine zwei Stunden später, die dank Air Malta wahrlich wie im Flug vergehen, kommt bei fast 30 Grad im Schatten sofort mediterrane Urlaubsstimmung auf.
Das kleine, aber besonders feine Malta ist einer von sechs EU-Zwergstaaten und zählt nicht umsonst zu den meistbewohnten Fleckchen Erde weltweit: 405.000 Einwohner auf 316 Quadratkilometern ergeben die vierthöchste Bevölkerungsdichte der Welt bzw. sogar die höchste aller Nicht-Stadtstaaten!

Was aber wiederum keine augenscheinlichen Auswirkungen auf die Lebensqualität hat. Von der Partyinsel bis zu Wassersport aller Art in der Blauen Lagune, von beeindruckenden Kultur-Denkmälern bis zu weltberühmten Filmkulissen (zum Beispiel für „Troja“ oder „Gladiator“): Auf diesen 316 Quadratkilometern ist nicht nur für jeden Geschmack, sondern auch für jede Altersklasse etwas dabei.
Unsere kleine Reisegruppe checkt im Hotel Fortina Resort & Spa in Sliema, der größten Stadt auf Malta, ein. Alle kommen nach dem ersten Blick in die Zimmer, oder besser gesagt: in die Wellness-Oasen, mit ungläubigen Gesichtern zurück: „Habt‘s ihr auch zwei Whirlpools, einen davon direkt hinter dem Doppelbett, ein Dampfbad und ein Lichttherapie-Gerät im Bad?“, lautet die erste Frage. Jawohl, wir haben auch – aber viel zu wenig Zeit dafür.

Vielfältiges Angebot, bei kurzen Distanzen abrufbar
In Anbetracht der Temperaturen und der vielen Möglichkeiten innerhalb kurzer Distanzen („Jeder Punkt auf der Insel ist innerhalb von 30 Minuten erreichbar“, behauptet Reiseleiterin Corinna), ist es keine große Überraschung, dass der Tourismus der größte Wirtschaftszweig auf Malta ist.
Viel eher überrascht da schon der Umgang mit einer brisanten Thematik: Im katholischen Malta werden Hochzeiten wie Volksfeste gefeiert, auf der anderen Seite geht Scheidung grundsätzlich gar nicht. Sprich: Sie ist offiziell nicht gestattet. Aber formlos trennen darf man sich im Notfall schon …

Die kleine Insel Comino als großes Taucherparadies
Keine zwei Stunden nach unserer Ankunft und einer rasanten Motorboot-Fahrt mit Käpitän Kevin tümpeln wir auch schon im warmen Meer vor Comino, der kleinsten Insel Maltas. Ausgestattet mit Schnorcheln, sehen wir auch bald, warum die Mittelmeer-Insel als Taucherparadies bekannt ist: Bei hervorragender Sicht im leuchtend blau-grünen Wasser tummeln sich viele bunte Fische, ein paar Meter darunter ist ein schmaler, reizvoller Felsgrat zu sehen.
Die Vergangenheit erklärt, warum Malta so facettenreich ist: Von den Phöniziern bis zu den Römern, von den Arabern bis zu den Normannen, von den Spaniern bis zu den Franzosen – sie alle haben es sich hier schon einmal gemütlich gemacht. Zuletzt waren die Engländer da, von 1800 bis 1964, und hinterließen viele bleibende Eindrücke, wie etwa den Linksverkehr oder Englisch als Amtssprache, um nur die markantesten zu nennen.

Fischer haben keinen Stress, Relaxen wie echte Filmstars
Nach der noch rasanteren, daher auch ziemlich feuchten Rückfahrt und einem kurzen Hüpfer ins Hotel geht es gleich weiter zum stimmungsvoll beleuchteten Hafen, ins Restaurant „Mare Nostrum“, das in einem urigen Schiff untergebracht ist. Als eine der vielen maltesischen Spezialitäten gilt „Rabbit“ (Kaninchen), generell ist die Küche vielschichtig, zudem wird – bei ziemlich günstigen Preisen – im ganzen Land gern üppig aufgetischt.
Tag 2 startet mit einem kurzen Abstecher in den verträumten Fischerort Marsaxlokk am südöstlichen Ende der Insel. Im Hafen mit den vielen bunten Booten sieht man, wie das Gegenteil von Stress in der Praxis aussehen könnte.

Danach kehren wir zurück in den Norden und werden direkt am exklusiven Strand wie echte Filmstars verwöhnt: Baden, danach eine entspannende Massage, begleitet von perfekter Chill-out-Musik, Essen und wieder Essen von einem viel zu üppigen Buffet.
Zum krönenden Abschluss hat Corinna noch eine stilechte Rückfahrt ins Hotel mit tollen Oldtimer-Autos organisiert. Den Abend verbringen wir in der früheren Hauptstadt Mdina. In der sogenannten „stillen Stadt“ mit ihren hohen Festungsmauern und schmalen Gassen fühlt man sich direkt zurück ins Mittelalter versetzt.
Am dritten Tag ist Kultur pur angesagt: Wir überprüfen, warum die maltesische Hauptstadt Valletta zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde, wieso „Die Enthauptung Johannes des Täufers“ zu den berühmtesten Gemälden von Michelangelo da Caravaggio zählt und in welchem Zustand sich Hagar Qim befindet – nach inzwischen 3600 Jahren die älteste noch erhaltene Tempelanlage der Welt.

Die Badesaison dauert länger als ein halbes Jahr
Nach einem abschließenden Kaffee beginnt die Rückreise ins „erfrischende“ Waldviertel. Dieses wiederum erweist sich – richtig geraten – als viel zu kalt für diese Jahreszeit.
Übrigens: Die Badesaison auf Malta reicht von Anfang Mai bis Ende Oktober. Im Sommer können die Temperaturen auf weit über 30 Grad steigen, im Winter fallen sie nur selten unter 15 Grad. In den Übergangszeiten ist das fast durchgehend trockene Malta ein beliebtes Reiseziel für Wanderer.

THEMA: MALTA
• Wissenswertes. Die Republik Malta besteht aus den drei bewohnten Inseln Manoel Island,
Gozo und Comino sowie aus vier unbewohnten Inseln. Der Name stammt von „malet“, der punischen Bezeichnung für Zufluchtsort. Malta wurde am 21. September 1964 unabhängig. Am 1. Mai 2004 wurde es Mitglied der Europäischen Union und ist seither ihr kleinster Staat. Der Euro wurde am 1. Jänner 2008 eingeführt.
• Anreise. Air Malta fliegt im Sommer (April bis Oktober) täglich nonstop von Wien nach Malta, im Winter zumindest vier Mal pro Woche (www.airmalta.com).
• Infos. Fremdenverkehrsamt Malta in Wien (01/5853770 und www.urlaubmalta.com). Aktuelles Wetter: www.maltaweather.com
• Hoteltipp. Das 5* Hotel Fortina Spa & Resort liegt an der Uferpromenade von Sliema mit wunderschönem Blick auf die Hauptstadt Valletta. Zum Felsstrand sind es 50 Meter. Das elegante Hotel bietet seinen Gästen WLAN, Kiosk, fünf Spezialitätenrestaurants, zwei Swimmingpools und eine Poolbar
(www.fortinasparesort.com).