Erstellt am 29. August 2011, 00:00

Sprache der Kataloge. TIPPS & TRICKS / Von „kurzer Transferzeit“ bis zum „unaufdringlichen Service“: Die Reise- Kataloge sagen zwar immer die Wahrheit, aber man muss ihre Sprache auch richtig verstehen.

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Mit geschickten Worten wird freundlich beschrieben, was den Gast erwartet. So hat sich eine eigene „Katalog-Sprache“ ent-
wickelt, die zwar die Wahrheit sagt – aber man muss sie auch richtig verstehen.

Die Online-Plattform HolidayCheck.de hat die „gefährlichsten“ Formulierungen „übersetzt“ und erklärt, was sie oft in Wirklichkeit bedeuten:

„Kurze Transferzeit“: Nach langer Flugzeit raus aus dem Flieger und rein in den Pool: Wer will das nicht? Doch bei kurzer Transferzeit ist der Flughafen nie weit entfernt – und das kann man dann oft auch am Pool oder am Strand deutlich hören.

„Hotel zentral gelegen“: Kurze Wege sind ideal für Shopping und Sightseeing. Doch Vorsicht: Liegt das Hotel in einer stillen Seitengasse, so steht das auch im Katalog. Liegt es „zentral“, dann ist es meist eine laute, verkehrsreiche Hauptstraße.

„Landestypische Bauweise“: Wenn etwas schön ist, wird es auch im Katalog so beschrieben. „Landestypische Bauweise“ ist hingegen nicht selten eine nette Umschreibung für: „Tut uns leid! Sorry, hier wurden keine Bauvorschriften eingehalten.“

„Aufstrebender Ferienort“: Klingt gut, ist es aber nicht. Denn meist wird hier noch fleißig gebaut. Bagger, Kräne und braches Land zieren dann die Landschaft, wo in naher oder ferner Zukunft ein Ferienparadies entstehen soll.

„Zimmer zur Meerseite“: Türkisfarbenes Meer und glitzernde Lichtspiele auf den Wellen: ein Ausblick zum Verlieben. Doch „Meerseite“ muss nicht „Meerblick“ bedeuten. Da können viele Häuser die Sicht aufs Meer verstellen.

„Zweckmäßige Einrichtung“: Der Zweck ist erfüllt, wenn man ein Dach über dem Kopf und ein Bett zum Schlafen hat. Mehr braucht es in diesem Fall nicht. Komfort und Geschmack bleiben da auf der Strecke, denn sonst hieße es „komfortable“ oder „geschmackvolle“ Zimmer.

„Kontinentales Frühstück“: Ein üppiges Frühstücksbuffet darf man hier nicht erwarten. Wer Brot, Butter, Marmelade und Kaffee bekommt, kann sich bereits glücklich schätzen.

„Unaufdringlicher Service“: Aufdringliches Personal will niemand. Doch das Gegenteil davon ist oft gar kein Service – und
damit unaufgeräumte Tische, ungemachte Betten und schmutzige Handtücher. „Zu wenig Personal“ wäre hier wohl die korrekte Übersetzung. Wer nicht da
ist, kann schließlich auch nicht aufdringlich werden.

„Naturbelassener Strand“: Natur pur am Strand. Unberührter Sand, keine fein säuberlich aneinandergereihten Sonnenliegen, keine Verkaufsstände, keine lästigen Handtuchverkäufer und auch sonst nichts, was stört. Ein schöner Traum! Aber wenn sich niemand um den Strand kümmert, verkommt er in vielen Urlaubsländern rasch zur Müllhalde – und das ist dann nicht ganz so romantisch ...