Erstellt am 13. Februar 2012, 00:00

tanzet und singet!“. aber das ganze Jahr über in einer begeisternden Vielfalt geboten.

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VON MARTIN KALCHHAUSER

Wer hätte das gedacht? Die Schweizer, die wir für urig, stolz und fleißig halten, haben auch Sinn fürs Feiern und für Humor! Zumindest – oder ganz besonders – im Fasching …

Das Brauchtum der Fasnacht, das unter anderem in Basel und Luzern gepflegt wird, unterscheidet sich im (höheren) Niveau vom deutschen Karneval und unterliegt traditionellen Vorgaben. Die Basler Fasnacht ist schon allein wegen des Termines etwas Besonderes. 12.000 Darsteller okkupieren bei den „Cortéges“ (Umzügen) mit ihren Larven eine Woche nach dem Rosenmontag (!) zwei volle Tage die Straßen. In Luzern dreht sich alles um den „Bruder Fritschi“. Die Faschingsfigur, deren Namen sich von Fridolin herleitet, gibt dort eine Woche vorher im bunten Treiben den Ton an. Das ganze Jahr über kann man dem Fritschi in der Altstadt begegnen, wo das berühmte, nach ihm benannte Haus mit seinen bunten Malereien die Aufmerksamkeit der Touristen fast ebenso anzieht wie die weltberühmte Kapellbrücke. Allzu ausgelassen zugehen sollte es auch in der Fasnacht nicht! Daran erinnert ein Spruch an einem Haus im Zentrum: „So hüpfet und springet, tanzet und singet – doch denkt im Getümmel auch an den Himmel!“

Dichtes Kultur-Angebot:  40 Museen auf 37 km?

 

Von Österreich bequem mit dem Zug zu erreichen, sind die per Bahn im Stundentakt verbundenen Städte Basel und Luzern das ganze Jahr lohnende Ziele. Begeisternd ist das Angebot auf dem Gebiet der Kultur.

Im 190.000 Einwohner zählenden Basel, der „Architektur-Hauptstadt“ der Schweiz, finden sich auf 37 Quadratkilometer 40 Museen! Unbedingt besuchen sollte man die auch architektonisch hochinteressante, von Renzo Piano geplante Fondation Beyeler im Vorort Riehen oder das Kunstmuseum, das auch Werke der Maler Vincent van Gogh, Paul Cézanne und Pablo Picasso beherbergt. Unter der Vielzahl weiterer Angebote (Puppenhausmuseum, Basler Papiermühle …) gibt es Unikate wie das Cartoonmuseum in der St. Alban-Vorstadt, das sich ausschließlich der satirischen Kunst widmet.

Das ganze Jahr über hat der „alltägliche Nonsens“ seinen Platz im Fasnachtsbrunnen. Neben der Elisabethenkirche – das neugotische Bauwerk beherbergt Räume für Ausstellungen und Konzerte sowie ein Café – stehen dort allerlei (nutzlose) Maschinenskulpturen (1977 von Jean Tinguely hier hergesetzt), die mit rotierenden oder auf- und abgehenden Armen emsig Wasser schöpfen oder verspritzen. Bei dieser sinnlosen „Arbeit“ zuzusehen, ist nicht nur für ermüdete Touristen entspannend.

Neben dem berühmten Münster oder dem mächtigen Rathaus ist die Großbasler Altstadt mit ihren lauschigen Plätzchen ein Tipp für Touristen.

Konzertgenuss am See,  Entspannung am Berg

 

Hochkultur auf dem Sektor der Musik hat Luzern zu bieten. Das von Jean Nouvel am Ufer des Vierwaldstättersees errichtete, 1998 eröffnete KKL (Kultur- und Kongresszentrum Luzern) ist mit drei Hauptsälen für bis zu 1840 Personen und einer tollen Akustik die ideale Heimat des Luzern-Festivals. Zu drei Terminen – „Zu Ostern“ (ab 24. März), „Im Sommer“ (ab 8. August) und „Am Piano“ (ab 19. November) – sind hier weltberühmte Orchester und Solisten zu Gast. Zahlreiche Wasserbecken im Boden, mit denen Nouvel architektonisch „den See ins Haus holen“ wollte, führten dazu, dass in den vergangenen Jahren viele Festivalgäste unfreiwillig „baden gingen“. Mittlerweile bannen Geländer und Seile diese Gefahr.

Zur Entspannung nach dem Kulturgenuss sei eine Schifffahrt am bis zu 215 Meter tiefen Vierwaldstättersee oder ein Ausflug auf einen der „Hausberge“ empfohlen. Auf die Rigi (1797 Meter), die Königin der Berge, führt seit 1871 die älteste Zahnradbahn der Schweiz, jene auf den Pilatus (2128 Meter) ist mit Steigungen bis zu 48 Prozent (!) die steilste der Welt.

BASEL & LUZERN / Zur Fasnacht ist in beiden Schweizer Städten der Bär los. Kulturgenuss wird

„So hüpfet und springet,

Oben: Das multifunktionale Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) direkt am Ufer des Vierwaldstättersees, das Star-Architekt Jean Novel plante, wurde 1998 eröffnet.

Rechts: Das „Fritschi-Haus“ im Luzerner Stadtzentrum erzählt vom bunten Fasnachtstreiben in der Stadt.

LUZERN TOURISMUS, KALCHHAUSER, REINHARDT-VERLAG

 

 

 

 

Neben seiner bezaubernden Altstadt mit engen Gässchen und Fachwerkhäusern hat Basel als die „heimliche Architekturhauptstadt“ der Schweiz auch zahlreiche moderne Bauten zu bieten. Bild: die „Hängenden Gärten“ und die Keramik-Dachlandschaft der

Architekten Herzog & de Meuron am Museum der Kulturen aus 2011.

 

 

 

 

12.000 Aktive

locken als Darsteller bei der Basler Fasnacht eine Woche nach dem allgemeinen Ende der Faschingszeit Tausende Besucher aus aller Welt an. Das Spektakel, für viele Bürger „die drey scheenschten Dääg“ des Jahres, dauert heuer exakt vom Montag, 27. Februar, 4 Uhr, bis Mittwoch, 29. Februar, 4 Uhr.