Gars am Kamp

Erstellt am 23. Oktober 2016, 06:35

von Rupert Kornell

Safran selber pflücken. Aus der Not eine Tugend macht Liselotte Moser. Weil keine Pflücker zu finden sind, startet sie erstmals mit „Do it yourself“.

„Man braucht ungefähr 170 Blüten für ein Gramm Safran-Fäden“, weiß Liselotte Moser, die auf ihren Feldern am Rand von Gars zum ersten Mal Safran zum Selber-Pflücken anbietet.  |  NOEN, Rupert Kornell

„Es ist so schwierig, Arbeitskräfte für das Pflücken zu finden“, bedauert Liselotte Moser, „daher mache ich aus der Not eine Tugend und lade zum Selberpflücken ein.“

Besucher erhalten ein Körbchen

Auf gut drei Hektar wachsen heuer die Safran-Pflanzen, die Blüten entfalten in diesen Tagen ihre ganze Pracht und warten darauf, geerntet zu werden. Aber das ist mit etwas Mühe verbunden, denn immerhin braucht man für ein Gramm Safran-Fäden etwa 170 (!) Blüten. Und die wollen eben erst einmal gepflückt sein.

Für diese Arbeit erhalten die Besucher ein Körbchen, ein volles, aus dem ein Gramm des kostbaren Gewürzes gewonnen werden kann, kostet zwölf Euro. Dazu gibt es natürlich eine schriftliche Anleitung, wie man die Fäden richtig zieht, sie trocknet und schlussendlich lagert.

Dem Waldviertler Safran wurde übrigens ab der Ernte 2016 von der AMA das Gütesiegel „Bioprodukt“ zuerkannt!

Mit diesem Experiment möchte sie den Konsumenten auch bewusst machen, wie mühsam die Ernte zum einen ist, zum anderen, wie viele zusätzliche Schritte notwendig sind, um Safran zu gewinnen.

Auf Feldern stehen 300.000 Knollen

Im Jahr 2011 hat sie mit ihrem vor über zweieinhalb Jahren verstorbenem Gatten Horst – daher der Markenname „Horstinghurst“ – begonnen, die ersten 800 Knollen zu setzen, im Jahr darauf haben sie die ersten Blüten geerntet und in der Folgezeit den Betrieb ausgeweitet. Heute wachsen auf den Feldern etwa 300.000 Knollen, die sich bei guter Bodenbeschaffenheit im Lauf der Jahre von selbst vermehren.

Bis Mitte November ist die beste Erntezeit. Wer selbst Safran pflücken will, kann dies täglich von 9 bis 15 Uhr tun (Moser: „Aber bitte vorher unter 0650/5452426 anrufen, ob genug Safran blüht!“), der Betrieb ist am Ende der Thomas Ecker-Straße (parallel zur Wienerstraße) zu finden.