Erstellt am 21. Juli 2016, 11:16

ÖAMTC warnt vor Auffahrunfällen an Stauwochenenden. An den Sommer-Wochenenden wird es auf den wichtigen Transitrouten in Österreich wieder viel Verkehr und wahrscheinlich auch Staus geben. Dabei steigt die Gefahr von Auffahrunfällen und Massenkarambolagen, denn 2015 waren fast die Hälfte aller Unfälle auf Autobahnen und Schnellstraßen Auffahrunfälle.

NOEN, Einsatzdoku Lechner

Der ÖAMTC liefert die sechs wichtigsten Tipps, wie Autofahrer solche Unfälle vermeiden können.

2015 ereigneten sich auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen 2.164 Unfälle mit Personenschaden. Davon waren 954 Auffahrunfälle, bei denen 17 Menschen ums Leben kamen. (Quelle: Statistik Austria). Die häufigsten Ursachen für Auffahrunfälle sind zu geringer Abstand und zu schnelles Annähern an den Vordermann. Auch Ablenkungen oder Unaufmerksamkeit während der Fahrt führen oft dazu, dass Fahrzeuge nahezu ungebremst in Hindernisse oder andere Pkw rasen.

Der richtige Abstand: Zwei Sekunden

Eine Faustregel des richtigen Abstandes ist die 2-Sekunden-Regel. ÖAMTC-Verkehrsexperte David Nosé erklärt: "Wenn das vorausfahrende Fahrzeug einen markanten Punkt passiert, langsam '21, 22' zählen. Erst dann sollte man selbst diesen Punkt passieren, sonst ist der Abstand zu gering. Diese Regel gilt bei jeder Geschwindigkeit. Liegen besonders ungünstige Verhältnisse vor, sollte der Abstand noch weiter vergrößert werden."

Die sechs wichtigsten Fahrsicherheitstipps

1. Abstand halten: Bei jeder Geschwindigkeit ist ein ausreichender Sicherheitsabstand zum Vordermann nötig. Gleichzeitig den Hintermann beobachten. Fährt er zu nah auf, den Abstand nach vorne noch weiter vergrößern, um nicht abrupt bremsen zu müssen.

2. Vorausschauend fahren: Gefahrensituationen müssen rechtzeitig erkannt werden. Hinter jeder langgezogenen Kurve mit Sichtabschattung oder Kuppe könnte ein Stau warten. Die Geschwindigkeit der Sichtweite anpassen und konzentriert fahren. Regelmäßige Pausen einlegen, um über längere Strecken aufmerksam und vorausschauend unterwegs zu sein.

3. Plötzliche Fahrmanöver unterlassen: Abrupte Fahr- und Bremsmanöver unbedingt vermeiden. Bei einem Fahrstreifen-Wechsel rechtzeitig blinken, um nachfolgenden Fahrzeuglenkern genügend Zeit zum Reagieren zu geben.

4. Warnblinkanlage für den nachfolgenden Verkehr: Nähert man sich einer stehenden Kolonne, sofort die Warnblinkanlage einschalten, um die nachkommenden Lenker zu warnen. Zudem Fahrgeschwindigkeit rechtzeitig reduzieren und Sicherheitsabstand erhöhen.

5. Gefahrenstellen zügig passieren: Kommt man an einer Unfallstelle vorbei und die Fahrzeuglenker und -insassen sind bereits versorgt, sollte man sich auf die Weiterfahrt konzentrieren. Bei Einmündungen oder Engstellen durch Unfälle, Pannen oder Baustellenbereiche sorgt außerdem das Reißverschluss-System für flüssigen Verkehr.

6. Training: Bei einem Training in den ÖAMTC Fahrtechnikzentren kann das richtige Verhalten in Notsituationen erlernt und perfektioniert werden. Durch die Übungen wird die persönliche Fahrtechnik verbessert.

Ein abschließender Tipp von David Nosé: "Radio, Internet und Verkehrsapps wie die ÖAMTC-App liefern stets Informationen zur aktuellen Verkehrssituation sowie zu Verkehrsbehinderungen wie Baustellen."