Erstellt am 29. November 2010, 08:03

Weihrauch, Gold und Myhrre. OMAN / Nach drei Jahren Pause bietet InterTravel von Februar bis April wieder Charterflüge nach Muscat – eine ideale Möglichkeit, um eines der schönsten Länder des Orients zu erkunden.

 |  NOEN
VON WOLFGANG TROPF

Der Duft des Weihrauchs liegt verführerisch über den engen Gassen, in den Auslagen glänzt der Gold- und Silberschmuck, und manchmal vermeint man sogar das Knistern der wertvollen Stoffe zu hören, die von flinken Händen eilfertig vor den Kunden ausgebreitet werden.
Die Magie des Orients: Im alten Souk von Muscat ist sie noch immer spürbar. Wie vor Hunderten von Jahren wird hier hartnäckig um Parfums, Gewürze und Gewänder, Schuhe, Spielzeug und Haushaltswaren gefeilscht – und natürlich auch um den traditionellen, meist kunstvoll in Handarbeit verzierten Krummdolch, der immer noch als Statussymbol gilt, wenn man ein Mann sein will im Oman.
Obwohl die alte Hafenstadt Muscat nur 600.000 Einwohner zählt, erstreckt sich das strahlend weiße Häusermeer der vielleicht schönsten und saubersten Metropole des Orients über mehr als 50 Kilometer, eingezwängt zwischen dem Indischen Ozean und den Ausläufern des Hajar-Gebirges. Nur wenige Häuser sind älter als 30 Jahre, aber im Unterschied zu Dubai darf hier nur im arabischen Stil gebaut werden und auch nicht höher als eine Palme. Architektonischer Größenwahn ist im Oman verpönt.

Ein Kristallluster aus Tirol schmückt die Moschee
Dafür zeigt man dem Gast voller Stolz die erst vor zehn Jahren eröffnete „Große Moschee“: Finanziert aus der Privatschatulle des Sultans, fasst der gigantische Bau bis zu 14.000 Gläubige und schaffte es gleich zweimal ins „Buch der Rekorde“ – einmal mit dem größten handgeknüpften Teppich und einmal mit dem größten Kristallluster der Welt, der von einem Unternehmen aus Tirol hergestellt wurde.
Wer durch die moderne Großstadt fährt, kann sich kaum vorstellen, dass hier vor 40 Jahren noch tiefstes Mittelalter herrschte. Doch als der bis heute regierende Sultan Qaboos seinen Vater im Jahr 1970 in die Wüste schickte, gab es in dem 310.000 Quadratkilometer großen Land tatsächlich nur 2,5 Kilometer geteerte Straßen, drei Schulen und ein einziges Krankenhaus.

In vier Jahrzehnten vom Mittelalter in die Neuzeit
Sklaverei war erlaubt, Sonnenbrillen aber ebenso verboten wie Radios, und wenn die Tore von Muscat allabendlich – begleitet von einem Kanonenschuss – geschlossen wurden, musste jeder, der noch durch die unbeleuchteten Straßen ging, per Gesetz eine Laterne bei sich tragen.
Heute gibt es im Oman mehr als 11.000 Kilometer Autobahnen und Schnellstraßen, fast 1000 Schulen und ein Krankenhaus in jeder Bezirksstadt. Die reichen Erdöl- und Erdgasvorkommen machten es möglich. Und ein sehr kluger Sultan. Nur durch sein Geschick und seine Weitsicht wurde aus dem mittelalterlichen Oman in nur vier Jahrzehnten ein moderner islamischer Staat, der seine alte Kultur selbstbewusst pflegt und daher auch keine Angst vor westlichen Einflüssen kennt.

Geprägt wird die nördliche Hälfte des Oman vom bizarr geformten, bis zu 3000 Meter hohen Hajar-Gebirge. Diese grandiose Landschaft erscheint absolut lebensfeindlich, und doch trifft man immer wieder auf malerische Oasen, die zu einem erfrischenden Bad in einem Gebirgsbach oder zu einem Picknick in einem Palmenhain einladen. Und man trifft auch auf zahllose Zeugen einer langen, kriegerischen Geschichte: Gut 400 Festungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind allein im Nordosten des Landes erhalten.
Die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende, ganz aus Lehm erbaute Burg von Bahla mit ihren 15 Toren und 132 Wehrtürmen wird schon seit fast zehn Jahren renoviert. Die Burg von Al Hazm mit ihrem faszinierenden System aus geheimen Gängen, versteckten Treppen und heimtückischen Fallen präsentiert sich aber bereits im neuen alten Glanz – und das gilt auch für die mächtige Festung in der Oase Nizwa, die bis zum 12. Jahrhundert die Hauptstadt des Landes war und bis heute der religiöse Mittelpunkt geblieben ist.
Noch viel weiter zurück in der Geschichte geht es in der Provinz Dhofar, ganz im Süden des Landes. Seit der Antike wurde hier aus den Weihrauchbäumen des Dhofar-Gebirges das kostbare, wohlriechende Weihrauchharz gewonnen, um in den nahen Häfen verschifft oder in Kamelkarawanen bis ans Mittelmeer transportiert zu werden.

Von den alten Weihrauchhäfen Al Baleed und Samharam, die zum Weltkulturerbe gehören, sind zwar nur ein paar Mauerreste übrig, Samharam ist aber allein wegen seiner Lage an einer herrlichen Lagune sehenswert.
Angeblich soll sich hier sogar ein Palast der legendären Königin von Saba befunden haben. Die Historiker hegen bei dieser Geschichte aber ebenso ihre Zweifel wie beim Grabmal des Propheten Hiob in den Bergen über Salalah, das von Christen wie Moslems verehrt wird.

Kilometerlange Strände und die „perfekte Wüste“
Eine unbestrittene Tatsache sind hingegen die oft kilometerlangen und meist völlig unberührten Sandstrände des Oman. Man findet sie in der Provinz Dhofar, aber auch rund um Muscat, wo einige Luxushotels zu einem unbeschwerten Badeurlaub einladen – wie etwa das berühmte Al Bustan Palace, das Chedi oder das relativ neue Shangri La‘s Barr Al Jissah Resort.
Auch die „perfekte Wüste“ ist nicht weit von der Hauptstadt entfernt: Nur zwei Autostunden braucht man von der fruchtbaren Küstenebene um Muscat bis zu den orangefarbenen, oft über 100 Meter hohen Sanddünen der Wahiba Sands. Wer dieses Sandmeer in all seiner Stille und Schönheit erleben will, quartiert sich am besten für eine Nacht in einem der 26 luxuriösen Zelte des Desert Nights Camps ein, das mitten in den Dünen liegt.

Ein weiterer Geheimtipp ist Musandam: In der Exklave des Sultanats am nördlichen Ende der arabischen Halbinsel, direkt an der Straße von Hormuz, „versinkt das Hajargebirge im Meer“, wie die Einheimischen sagen, und hat dabei eine atemberaubende Fjordlandschaft geformt – ein unüberschaubares Labyrinth mit blaugrünem, glasklarem Wasser zwischen zerklüfteten Felswänden, das den Schmugglern schon seit Jahrtausenden ein ideales Versteck bietet und auch heute fast nur mit dem Boot zu erkunden ist.

THEMA: OMAN
• Anreise l: Nach drei Jahren Pause fliegt InterTravel von 5. Februar bis 16. April 2011 (letzter Hinflug) wieder mit Lauda Air nonstop von Wien nach Muscat. Flugzeit: 5,5 Stunden (www.intertravel.at).
• Anreise ll: Emirates fliegt täglich um 14.35 Uhr von Wien nach Dubai (5,5 Stunden) und nach einem vierstündigen Aufenthalt um 2.55 Uhr in einer Stunde weiter nach Muscat (www.emirates.com)
• Beste Reisezeit: Von Oktober bis März liegen die Tagestemperaturen in Muscat zwischen 22 und 30 Grad, die Luft ist klar und trocken. Von Juni bis August sind 40 bis 50 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit üblich. Im Landesinneren herrscht trockenes Wüstenklima.
• Wissenswert: Im Oman gibt es keine Bekleidungsvorschriften, doch sollte generell auf allzu freizügige Kleidung verzichtet werden. Alkohol wird in den meisten Hotels ausgeschenkt. Wer auf dem Luftweg einreist und kein Moslem ist, darf maximal 2 Liter Alkohol zum privaten Gebrauch mitführen.

AKTUELLE ANGEBOTE
Zu seinen Charterflügen hat InterTravel (www.intertravel.at) eine Reihe von Angeboten aufgelegt
(alle Preise inklusive Flug, Steuern, Gebühren, Transfers und Deutsch sprechende Betreuung vor Ort):
• Oman individuell: 7 Nächte mit Frühstück im Hotel Al Falaj**** in Muscat und 8 Tage Mietwagen ab 995 Euro
• Kultur & Baden: 7 Nächte mit Halbpension im Hotel Muscat Holiday**** in Muscat, 3 Tage Besichtigungsprogramm ab 1290 Euro
• Baden: 7 Nächte mit Frühstück im Shangri La‘s Barr Al Jissah Resort, Al Waha***** ab 1260 Euro, im The Chedi***** ab 2190 Euro und im Al Bustan Palace ab 2450 Euro (alle in der Nähe von Muscat)
• Kombinationen: Oman & Emirate ab 1490 Euro, Muscat & Salalah (inkl. Inlandsflüge) ab 1490 Euro, Muscat & Musandam (inkl. Inlandsflüge) ab 1590 Euro (jeweils
1 Woche mit Besichtigungen)

Infos: Der neue InterTravel-Folder „Oman & Emirate 2010/11“  liegt in jedem guten Reisebüro auf.