Erstellt am 29. Oktober 2013, 14:04

Wenn der Urlaub keiner war. Auf ins Reisebüro, Katalog durchblättern, buchen und dann den Urlaub genießen … Das ist der Idealfall. Nicht immer ist der Urlaub aber auch erholsam.

Manchmal kann Lärm oder Schmutz so störend sein, dass man einen Teil des Geldes zurückhaben möchte.
Ein verschmutztes Hotelzimmer, ständiger Lärm, bei dem man nicht schlafen kann, kein Schnee, obwohl der Reisekatalog Schneesicherheit versprochen hatte, …

„Wenn das Urlaubsvergnügen getrübt ist, weil die gebuchte Reise nicht in vollem Ausmaß den Prospektangaben entspricht oder sonstige Beeinträchtigungen auftreten, muss man dies nicht einfach so hinnehmen“, betont Susanne Chyba, Rechtsanwältin in St. Pölten.

 
  • „Der Reisende kann im Rahmen des Gewährleistungsrechtes – welches im Übrigen verschuldensunabhängig ist – vom Reiseveranstalter Preisminderung verlangen.“

Darauf verlassen, dass man etwas kriegt, sollte man sich aber nicht. Und selbst wenn, geht es immer nur um einen Teil der Kosten, niemals um die gesamten. Zum Beispiel kann es sein, wenn eine Nacht durch massiven Lärm gestört wurde, dass man für diese Nacht Geld erhält. Für die folgenden, die man aber dann meist in ein anderes Zimmer verlegt wurde, nicht.
Auch die Höhe der Preisminderung ist sehr verschieden und hängt vom jeweiligen Fall ab. Zwar gibt es Minderungsrichtsätze. Bei diesen handelt es sich aber nur um Orientierungshilfen, an die man sich halten kann, aber nicht muss. Da gibt es zum Beispiel die „Wiener Liste“. „Sie nennt beispielsweise für ,starken Uringeruch nur in WC und Badezimmer 9 Prozent‘ für ,einige Spinnen im Badezimmer‘ KEINE Minderung als angemessen.“
Betrachtet werden übrigens nicht nur die Mängel, sondern auch das, was in Ordnung war. Und: „Relevant ist immer das Versprechen im Prospekt, sowohl des konkreten als auch des schlüssig vereinbarten Vertragsinhaltes.“

 
  • Zusätzlich zu der Möglichkeit, Preisminderung zu verlangen, kann der Reisende auch „Ersatz für entgangene Urlaubsfreude“ verlangen. Letzteres ist dann möglich, wenn die Beeinträchtigung groß und der Veranstalter daran schuld war.

Hierzu empfiehlt Chyba: „Wenn man nun als Reisender der Meinung ist, dass die Reise beziehungsweise das Hotel mangelhaft ist, ist es jedenfalls ratsam, sofort zu reklamieren und sich auch eine schriftliche Bestätigung über die Reklamation geben zu lassen.“
Und: „Es ist auch wichtig, Beweise zu sammeln.“ Zum Beispiel Fotos zu machen (auch mit dem Handy, wenn keine Kamera zur Hand ist) oder andere fremde Gäste als Zeugen zu gewinnen. Dazu sollte man sich den vollständigen Namen und Adresse geben lassen.


Lesen Sie mehr zum Thema Reise im NÖN-Extra <strong>&gt;&gt;&quot;Schöner Urlaub&quot;.</strong>