Erstellt am 15. April 2013, 15:50

"Wir haben viel über die Ausrüstung gelernt". Heidi und Markus Dangl haben auf ihrer eineinhalb Jahre langen Reise auf dem Drahtesel gelernt, was zu einer guten Ausrüstung gehört.

Für die dreijährige Reise ist das Ehepaar bestens ausgerüstet  |  NOEN, Dangl
Dass nicht jedes Rad für alle Strecken gleich gut geeignet ist, davon kann das Ehepaar Markus und Heidi Dangl ein Lied singen. Als Radfahrer aus Leidenschaft haben sie 2007 einen Entschluss gefasst: „Wir fahren per Rad von Nord- nach Südamerika!“ Auf der Reise haben die beiden Roadrunners, wie sie sich selbst nennen, in rund eineinhalb Jahren fast 30.000 Kilometer zurückgelegt.

Und das war nicht immer einfach, blickt Herr Dangl zurück: „Wir hatten vor der Reise keine Ahnung, welche Ausrüstung wir brauchen. Deswegen haben wir kurzerhand unsere Mountainbikes zu einem – unserer Meinung nach – tourenfähigen Rad umgebaut.“ Und das blieb nicht ohne Folgen, blicken die Radler heute zurück: „Das Resultat waren vier gebrochene Felgen, elf ,Platte‘, mehrere kaputte Pedale und noch einige andere Zwischenfälle.“
„Auf so einer Reise lernt man viel dazu, was Rad und Ausstattung anbelangt“, ergänzt Heidi Dangl. Für ihre zweite Reise – seit 1. April sind sie unterwegs auf ihrer insgesamt dreijährigen Reise durch fünf Kontinente – wissen sie jetzt, was sie punkto Material und Ausstattung besser machen müssen. Also was braucht ein gutes Rad? Ein entscheidender Punkt ist laut den Dangls ein massiver Rahmen: „Ein stabiles Rad ist schon für mehrtägige Radtouren wichtig. Denn vor allem wer Gepäck mitführt, braucht ein widerstandsfähiges, haltbares Rad, zum Beispiel aus Stahl.“ Es gebe aber auch schon Rahmen mit integriertem Gepäckträger. Die Vorteile: „Erstens ist der Fahrradrahmen dadurch stabiler, und zweitens können Verbindungen wie Schrauben nicht kaputtgehen.“

„Beim Rad sollte man nicht sparen“
Außerdem entscheidend: Die Felgen. Auch sie werden laut den erfahrenen Radlern stark belastet, deswegen braucht es für längere Touren vor allem eine breite Felge. Auch die Auswahl der Bremse und der Schaltung ist ein wichtiger Punkt. Heidi und Markus Dangl verwenden eine Nabenschaltung. Warum? „Das System ist in sich geschlossen und vor äußeren Einflüssen geschützt. Sie kostet zwar das Zehnfache einer anderen Schaltung, aber der Wartungsaufwand ist dafür sehr gering – und beim Rad sollte man wirklich nicht sparen.“
Bei Bremsen bevorzugt das Ehepaar mechanische Scheibenbremsen. Zum einen, weil die Scheiben die Felge schonen, zum anderen, weil man bei mechanischen Bremsen die Seile auch selbst wechseln kann. „Besonders, wenn man in Gebieten unterwegs ist, wo man nicht schnell zu Ersatzteilen kommt, ist das ein Vorteil“, sagt Markus Dangl. Und wer sich häufiges Reifenwechseln sparen möchte, sollte widerstandsfähige Mäntel, zum Beispiel mit Kautschukkern, verwenden. „Beim Hinterreifen bin ich damit zwischen 5.000 und 10.000 Kilometer gefahren, beim Vorderreifen sogar 20.000“, so Heidi Dangl.
Auch einen Tipp zum Sattel haben die beiden: „Wichtig ist, dass man den Sattel vor einer längeren Tour ausprobiert – am besten fährt man damit vorab einige Hundert Kilometer.“


x  |  NOEN, Dangl


Erste Hilfe für sich selbst und das Rad
Markus Dangl ist auch froh, dass es heute schon Tachometer mit integriertem GPS-System zum Navigieren gibt: „Wer auf dem Radweg unterwegs ist, wird kein Navi brauchen, aber abseits von beschilderten Routen kann das schon sinnvoll sein“, sagt er.
Und eine gewisse Grundausstattung ist immer von Vorteil: Ohne Reparaturbedarf wie Radschlauch, Speichen, Schrauben, Imbusschlüssel und Klebematerial für den Reifen sollte man auf keine Radtour gehen“, sind sich die Dangls einig.
Aber nicht nur ans Rad, sondern auch an sich selbst sollte man denken: Ein kleines Erste-Hilfe-Paket mit Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, Pflaster sowie Schmerztabletten seien empfehlenswert. Ein Tipp zum Schluss: „Obwohl es spezielle Radunterhosen und gepolsterte Hosen gibt, kann eine Gesäßcreme hilfreich sein, wenn das Hinterteil schmerzt.“

Radfahren und spenden
Heidi und Markus Dangl bereisen derzeit wieder mit dem Fahrrad die Welt. Auf ihrer dreijährigen Reise möchten sie aber auch Gutes tun. Deswegen sammeln sie in dieser Zeit Spenden für das Projekt „Leben braucht Wasser“.
Diese österreichische Hilfsorganisation finanziert mit den Spenden die Errichtung von Trinkwasserbrunnen – unter anderem in Afrika. Da die beiden „Roadrunners“ als letzten Kontinent ihrer Weltreise auch Afrika durchradeln, wollen sie dort das Geld an eine wasserarme Region spenden.

Alle Infos zur Spendenaktion und zur Reise:
http://www.2roadrunners-on-tour.at


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