Erstellt am 22. Februar 2012, 15:32

40 Tage Gesundheit. Bewusster Verzicht steht im Mittelpunkt der Tradition des Fastens. Viele stellen ihren Lebensstil jetzt komplett um.

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Die Zeit des Feierns ist vorüber. Als strenger Fasttag markiert der Aschermittwoch den Beginn der 40-tägigen Vorbereitung auf das Osterfest. Zusätzlich zur christlichen Tradition gilt der Aschermittwoch immer mehr als ein Tag der guten Vorsätze: Geht es um einen gesünderen Lebensstil, besinnen sich viele auch auf die Grundsätze des Fastens.

Gesunde Rezepte im Kampf gegen das Übergewicht …
Einen anderen Ansatz – der den Verzicht auf Genüsse nicht unbedingt ausschließt – haben da die Spitzenköche im ganzen Land: Sie schwören auf Bekömmliches und verpacken das Gesunde in innovative Rezepte.
Gerne wird dabei aber auch auf die „Geheimnisse“ der traditionellen Küche zurückgegriffen, wie es Promikoch Bernie Rieder im Fall seines gebackenen Bohnenstrudels tut.

Dass die richtige Ernährung immer Saison haben sollte, zeigen auch die Zahlen der Gesundheitsabteilung: Laut aktuellen Studien leiden in Ostösterreich bereits elf Prozent der Schulkinder (von sechs bis 15 Jahren) an Übergewicht und zehn Prozent an Fettleibigkeit. Bei den Erwachsenen sind die Zahlen entsprechend höher: 25 Prozent der Frauen und 44 Prozent der Männer kämpfen im Burgenland gegen ihr Übergewicht.
Für einen ganzheitlichen Ansatz ist Adalbert Pallitsch, Gemeindearzt des „Gesunden Dorfes“ Oggau: „Man sollte sich vor dem Fasten – je nach Grundkrankheiten – mit dem Arzt absprechen. Wichtig sind vor allem der Verzicht auf Alkohol und Nikotin und das Umstellen der Ernährung – statt Mehlspeisen Reis und Gemüse, zwei Mal die Woche Fleisch und lieber Fisch. Vor allem sollte man aber sich selbst und anderen Menschen Zeit schenken.“

GEBACKENER BOHNENSTRUDEL – EIN REZEPT VON PROMIKOCH BERNIE RIEDER

DIE ZUTATEN
Für den Strudelteig:
  • 260 g glattes Mehl
  • 280 ml lauwarmes Wasser
  • 2 EL Maiskeimöl
  • 1 TL Hesperiden-Essig
  • 1/2 TL Salz
Für die Bohnenfülle:
  • 6 frische Semmeln
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 6 EL Maiskeimöl
  • 500g kleine weiße Bohnen
  • 1 EL frisch gehackte Petersilie n 2 EL getrockneter Majoran
  • Salz
  • frisch gemahlener Pfeffer
Für den Bohnenstrudel:
  • Mehl zum Bestäuben, Öl zum Herausbacken und Strudeltuch

ZUBEREITUNG
Für den Strudelteig das Mehl auf die Arbeitsfläche sieben und in die Mitte eine Mulde drücken. Lauwarmes Wasser, Öl, Essig und Salz hineingeben, mit den Händen gut verkneten und eine glatte Kugel formen. Diese mit etwas Öl bestreichen, mit Klarsichtfolie abdecken und im Kühlschrank mindestens 30 Minuten rasten lassen.
Für die Bohnenfülle die Semmeln in 1 x 1 Zentimeter große Würfel schneiden und in eine Schüssel geben. Zwiebeln und Knoblauchzehen fein schneiden und in einer heißen Pfanne im Maiskeimöl anrösten – sie sollen nur wenig Farbe annehmen. Über die Semmelwürfel gießen. Bohnen abseihen, abspülen und dazugeben. Petersilie und Majoran beimengen, umrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.
Das Strudeltuch über den Küchentisch legen und mit Mehl bestäuben. Teig daraufgeben und flach drücken. Mit beiden Händen unter den Teig fahren und mit den Handrücken von der Mitte ausgehend nach außen ziehen, bis der Teig hauchdünn ist und man fast durchsehen kann. Sollte er reißen, kein Problem: Man kann ihn ganz einfach mit dem Stück vom Rand flicken. Die Bohnenfülle daraufgeben und mithilfe des Strudeltuches einrollen. Nun die Größe der Stücke nach eigenem Ermessen bestimmen (zwischen fünf und zehn Zentimetern). Mit dem Handrand abdrücken, mit dem Messer durchschneiden und die Öffnung mit den Fingern zusammendrücken, sodass nichts mehr herausrinnen kann – die „Tasche“ ist geformt. Eine große Pfanne heiß werden lassen und genügend Öl hineingeben. Die Bohnenstrudel-Taschen sollten in heißem Fett schwimmend gleichmäßig braun herausgebacken werden. Mit Gurken oder Krautsalat übrigens ein sehr gelungener Partysnack!

Mehr Tipps von Bernie Rieder gibt’s im neuen „Oma-Kochbuch“, in dem der Haubenkoch zeigt, was er in Großmutters Küche gelernt hat.


FASTEN-TRADITIONEN
  • Die am Aschermittwoch beginnende Fastenzeit erinnert an die 40 Tage, die Jesus betend und fastend in der Wüste verbracht hat.
  • In der christlichen Tradition soll der bewusste Verzicht auf Speisen, Alkohol und Genussmittel die Menschen sensibler machen für die eigentlichen Bedürfnisse des Lebens. Das Fastengebot beinhaltet eine „einmalige Sättigung“ pro Tag.
  • Ebenso zentral ist der soziale Gedanke der Fastenzeit: Mit zahlreichen Aktionen soll benachteiligten Menschen jetzt besonders geholfen werden. Unter dem Motto „Teilen macht stark“ lädt die Katholische Frauenbewegung daher am 24. Februar (12 Uhr) mit Diözesanbischof Ägi-dius Zsifkovics, Landeshauptmann Hans Niessl und Landesrätin Michaela Resetar zur „Benefiz-Suppe“ ins Eisenstädter Dompfarrzentrum.
 QUELLE: DIÖZESE EISENSTADT