Erstellt am 21. März 2014, 08:00

Aktiv gegen Tuberkulose. 120 Fälle gibt es jährlich in NÖ, jetzt sollen Ärzte besser geschult werden.

Es ist die Krankheit der Armut, die in Österreich nach dem 2. Weltkrieg ihre Blütezeit hatte: Tuberkulose. Doch die heimtückische Lungenkrankheit ist nicht besiegt, 120 Fälle werden jährlich in Niederösterreich gemeldet, zwischen acht und neun Millionen sind es weltweit. Der letzte NÖ-Fall trat im Februar auf und betraf eine Frau aus dem Bezirk Mistelbach.

Weil die Krankheit oft schwer zu diagnostizieren ist bzw. auch das ärztliche Wissen darüber weniger wird, hat Gesundheits-Landesrat Maurice Androsch für 2014 einschlägige Ärzteschulungen geplant; „Think Tb“ soll laut Lungenfacharzt Thomas Hirtl das Credo sein.

Europaweites Ost-West-Gefälle

Schulungen soll es auch für Sachbearbeiter in Untersuchungs- und Beratungsstellen an den Bezirkshauptmannschaften geben. Das Vorgehen bei Tb-Erkrankungen in den Spitälern soll vereinheitlicht werden – ebenso wie die verpflichtende Tb-Meldung durch die Spitäler.

Generell geht die Tb in Österreich zurück, europaweit gibt es ein starkes West-Ost-Gefälle: Sogenannte Hochendemieländer, in denen es mehr als 50 Neuerkrankungen pro Jahr und pro 100.000 Einwohner gibt, sind etwa Rumänien, Serbien, Bosnien-Herzegowina. Trotz Migration sind die meisten Tb-Betroffenen hierzulande Österreicher: Oft alte Menschen, die seit vielen Jahren infiziert sind, und bei denen die Krankheit jetzt aufgrund eines schwächer werdenden Immunsystems ausbricht.