Erstellt am 20. September 2010, 10:58

Alle Nuancen der Erde. ERDÄPFEL / Unter der Erde verbirgt sich ein großer Schatz alter und ganz besonderer Gartenpflanzen. Verschiedene Sorten wurden bislang kultiviert. Ein neues Buch gibt Informationen.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
Den Wert einer Sorte erkennt man erst dann, wenn es sie nicht mehr gibt! Noch unsere Großeltern kannten Erdäpfel-Sorten, die heute oft in Vergessenheit geraten sind. Diese besonderen Sorten gab es nur an Feiertagen – oder sie brachten kranke Menschen wieder auf Vordermann. Denn Kartoffeln enthalten neben den Vitaminen B und C viele Mineralstoffe: Kalzium, Magnesium, Mangan, Eisen, Kupfer, Phosphor, Schwefel und Kalium.

Erdäpfelanbau im eigenen Hausgarten

• Ernte: Die Reife erkennt man zunächst am Absterben des Krautes. Da dann aber noch die Schalen ausreifen müssen, muss man sich bis etwa zwei Wochen nach dem Absterben gedulden.
• Lagern: Die Keimung wird bei niedrigen Temperaturen (2 bis 4 Grad) gestoppt. Am besten geeignet zur Lagerung sind dunkle Keller mit Erdböden.
• Vorkeimen: Je nach Sorte werden Kartoffeln zwischen Februar und April zwei bis vier Wochen vor dem Auspflanzen in flache Kisten ohne Erde bei zehn bis 15 Grad in Fensternähe aufgestellt, direkte Sonne ist nicht nötig. So bilden sich ca. einen Zentimeter lange Lichtkeime.
• Boden: Im Frühjahr wird Frischkompost oder abgelagerter Mist in den Boden eingearbeitet. Achtung: Überdüngung führt zu Krankheitsanfälligkeit.

• Niemals Erdäpfel nach Erdäpfeln oder Paradeisern anbauen, dies kann zu starker Vermehrung von Nematoden führen. Fünf Jahre Abstand von Vorteil!
• Legen: Die Knollen werden in den trockenen Boden gelegt und nicht angegossen! Sie kommen etwa 8 bis 10 cm tief zu liegen und werden flach angehäufelt. Der Reihenabstand beträgt 50 bis 70 cm, in der Reihe selbst etwa 30 cm.
• Große Ernte auf kleinstem Raum: Alles, was Sie zur Kartoffelzucht benötigen, ist ein altes Holzfass oder ein Tontopf mit etwa 60 cm Durchmesser. Füllen Sie eine 20 cm hohe Schicht aus sandiger Erde in das Gefäß und legen Sie fünf bis acht Kartoffeln in die Erde. Leicht andrücken.
• Wenn die Keime etwa 10 cm lang sind, wird mit Erde aufgefüllt. Danach wieder die Keime treiben lassen und wiederholt anfüllen, bis der Topf gefüllt ist.
• Sprießen aus den Kartoffeln dünne Triebe, sollten diese geknickt werden. Die Erdäpfel sind dann noch genießbar, grün verfärbte Stellen müssen aber großzügig ausgeschnitten werden, denn sie schmecken bitter und sind nicht bekömmlich.


ERDÄPFEL: FAKTEN

• Zu den Schalenfarben zählen Hellrot, Gelb mit violetten Schecken, Rot, Dunkelblau, Weiß-Gelb, Rot-Violett und Gelb.
• Bei den Sorten wird unterschieden zwischen mehlig, leicht mehlig, vorwiegend festkochend und festkochend.
• Erdäpfel sind roh nicht genießbar! Lassen Sie Erdäpfel nicht lange im Wasser liegen – Vitamine und Mineralstoffe werden „ausgewaschen“. So auch beim Kochen – daher lieber dämpfen. Garzeiten kurz halten.
• In der Schale sind die meisten Vitamine und Mineralstoffe enthalten, daher gar nicht oder besonders dünn schälen.