Erstellt am 20. Dezember 2010, 07:48

Alles ist möglich. BUCH / Nach der Diagnose Querschnittlähmung hat Ilse Kopatz 20 Therapien ausprobiert. Sie alle beschreibt sie in ihrem Buch.

Vor sechs Jahren hatte Ilse Kopatz einen Motorradunfall: »Man hat es selbst in der Hand, wie sich das Leben gestaltet.«ZVG  |  NOEN
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VON CHRISTINE HAIDERER

„Ich spüre ein Kribbeln in den Beinen, das immer stärker und stärker wird.“ Vor sechs Jahren hatte Ilse Kopatz einen Motorradunfall. Diagnose: Querschnittlähmung. Dennoch: Sie glaubt daran, irgendwann wieder gehen zu können.

Vor dem Unfall war vieles anders. Ilse Kopatz hat im Stiftsgymnasium Melk maturiert, danach Sportwissenschaften studiert, sie hat Volleyball und danach Damenfußball schließlich auch im österreichischen Damennationalteam gespielt. Doch dann passierte der Unfall – „Das Beste, das mir passieren hat können!“, sagt sie heute.

Dazwischen lag aber viel Zeit, Krankenhaus, Rehabilitation und viele Therapien. Noch im Rehabilitationszentrum erhielt sie Besuch von „Oswald – dem Auraseher“. Er ist das erste Kapitel ihres Buches „Alles ist möglich“.

Darin erzählt sie, wie sie gelernt hat, das Leben mit anderen Augen zu sehen, wie sie zu sich selbst gefunden hat. Kapitel für Kapitel wird ein Therapeut abseits der Schulmedizin samt Therapieform nach dem anderen vorgestellt. Die Schulmedizin übrigens, schreibt sie in ihrem Buch, hat ihr „selbstverständlich, und das möchte ich nochmals betonen, sehr geholfen.“

Ihr Buch aber beginnt so richtig erst nach dem Krankenhaus. Nach Oswald kam „Georg – der Magnetfeldanwender und Pyramidenbesitzer“. Dann folgte „Emma – die Irisdiagnostikerin“ und so ging es weiter und weiter. Insgesamt sind so rund 20 Therapeuten zusammengekommen. „Das war alles sehr positiv. Dieses Positive hat mir in den ersten Jahren sicher sehr gut getan.“ Doch: „Nach und nach lässt man Therapeuten los. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass ich nicht mehr alle so brauche. Man probiert es ohne“, erzählt sie. Und das mit Erfolg: „Mir ist es danach sehr gut gegangen.“ Nur „Elke – die Body-Talk-Anwenderin“ und „Gabi – die Seelendame“ (Kapitel 21 und 22) gibt es noch. „Da habe ich Therapeuten gefunden, die ich auch heute noch besuche.“

Und jetzt? „Den Kern, den jeder Mensch in sich trägt, darf ich wieder intensiv wahrnehmen.“ Anfangs suchte sie die Heilung außen. Doch im Laufe der Zeit bin ich „draufgekommen, dass wir die Heilung in uns haben“, meint sie. „Man muss zuerst die Seele heilen, dann den Geist und den Körper.“ Daran, dass die Seele heil wird, hat sie schon gearbeitet … Unter anderem haben auch einige der Therapeuten ihr zu einem Buch geraten. Und das hat sie dann auch getan: „Ich habe meine Erfahrungen niedergeschrieben. Das war wichtig für mich, weil es eine Aufarbeitung von dem Ganzen war.“ Und: „Ich denke, dass das nicht das letzte Buch war.“