Erstellt am 01. Oktober 2012, 09:42

Angehörige leiden genauso wie die Krebspatienten. Die Angehörigen von Patienten mit einer der gefährlichsten Form von Gehirntumoren – Glioblastoma multiforme – leiden genauso wie die Kranken selbst, wenn das Ende naht.

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Das hat eine Studie von Birgit Flechl von der Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien (Comprehensive Cancer Center, Koordination: Christoph Zielinski) und ihren Co-Autoren ergeben, die beim ESMO-Kongress in Wien (bis 2. Oktober) vorgestellt wurde.

Die Experten – beteiligt waren auch Co-Autoren vom Landesklinikum St. Pölten und vom Kaiser Franz Josef Spital (Wien) mit den durchaus ernsten Resultaten aus ihrer Studie: „Die betreuenden Angehörigen berichteten von einer Lebensqualität, die nur wenig besser war als jene der Patienten selbst. Etwa zwei Drittel von ihnen fühlten sich überbelastet. Das unterstreicht den dringenden Bedarf nach Unterstützung und spezielle Ausbildungsprogramme.“

Der Hintergrund: Das Glioblastoma multiforme bleibt auch bei erheblichen Fortschritten der Medizin in den vergangenen Jahren mit einer gestiegenen Lebenserwartung der Betroffenen im Endeffekt eine tödlich verlaufende Erkrankung. Die Autoren verwendeten einen von der MedUni Amsterdam entwickelten Fragebogen zur Bestimmung der Lebensqualität von Patienten und ihren pflegenden Angehörigen während der letzten drei Monate vor dem Ableben des Betroffenen.

Vorweg: Zu 88 Prozent waren die pflegenden Angehörigen die Lebenspartner der Patienten. Zwei Drittel waren Frauen. Die häufigsten Symptome bei den Erkrankten: 87 Prozent klagten über schwere Erschöpfungszustände, 81 Prozent hatten Bewusstseinsstörungen, 77 Prozent Sprachstörungen. 22 Prozent waren in den letzten drei Monaten ihres Lebens bettlägerig, in der letzten Woche vor dem Ableben stieg dieser Prozentsatz auf 80 Prozent.

Die Seite der Angehörigen: 90 Prozent berichteten über Trauer, 69 Prozent über Angstzustände, 60 Prozent berichteten von Burn-out-Symptomen. Für 54 Prozent bedeutete ihr Engagement auch das Einschränken anderer Sozialkontakte, 42 Prozent waren frustriert. Es stellte sich übrigens kaum ein Unterschied heraus, ob nun die Patienten zu Hause (38 Prozent) oder im Spital (46 Prozent) starben.