Erstellt am 06. Juni 2011, 07:50

Angriff der kleinen Blutsauger. ZECKEN / Im Sommer locken Garten & Natur. Dort aber begegnet man überall dem gemeinen Holzbock (Bild).

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VON CHRISTINE HAIDERER

Sommerliche Hitze gab es heuer bereits im Frühling. Heiß wurde es dabei aber nicht nur den Menschen, sondern auch den Zecken. Und das könnte ihre Entwicklung fördern. Ob das auch einen Ansturm von Zecken bedeutet, ist aber noch nicht sicher.

„Wenn es im Frühjahr schön und warm ist, wird man an Hunden und Katzen mehr Zecken finden, als wenn es feucht und kühl ist“, erklärt Michael Löwenstein, Assistenzprofessor am Institut für Parasitologie an der Veterinäruni Wien. Allerdings: „Bei Zecken haben kurzfristige Ereignisse nicht solche Auswirkungen wie bei Mücken“, bei denen etwa nach Überschwemmungen Unmengen an Larven schlüpfen. Vor allem, weil Zecken für ihre Entwicklung viel länger brauchen. Von der Larve über die Nymphe bis zum Erwachsenen dauert es ein Jahr oder länger.

Zecken mögen  keine extreme Hitze

Außerdem kann es sein, dass selbst, wenn es viele Zecken gibt, sie vielleicht nicht alle zustechen – weil es heiß ist. Zum Beispiel mittags oder im Hochsommer. Denn: „Kälte und extreme Hitze mögen sie nicht“, so Löwenstein. Stechen sie aber doch zu, gilt: Vorsichtig mit einer Pinzette oder Zeckenzange entfernen, so www.zecken.at. „Dazu setzt man dicht über der Haut an und zieht beziehungsweise hebelt die Zecke vorsichtig heraus.“ Zudem sollte man sie rasch entfernen, um das Risiko für Borreliose zu senken. Typisch für diese bakterielle Infektion ist eine Hautrötung, bis zu 14 Tage danach. Und: „Es kann zu Unpässlichkeiten kommen“, so Christine Freund von der Selbsthilfegruppe Zeckenopfer (01/ 522 7070-10 und-12, www.zecken.or.at). Die Lymphdrüse kann anschwellen, man fühlt sich schlaff, müde, antriebslos. Bei manchen kann eine Nerven-, bei anderen eine Gelenkerkrankung auftreten. Borreliose kann man medikamentös behandeln.

Anders ist das bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis, weshalb die FSME-Impfung so wichtig ist (Impfaktion in den Apotheken noch bis 31. Juli, www.apotheker.or.at). Typisch ist, dass nach Kopfschmerzen, Fieber … eine Pause folgt, bis die zweite Krankheitsphase startet. „Diese manifestiert sich in etwa 50 Prozent der Fälle als isolierte Hirnhautentzündung, bei ca. 40 Prozent als Hirnentzündung und bei ca. 10 Prozent als Rückenmarksentzündung“, so Erich Rohringer, Neurologe am Landesklinikum St. Pölten.

Egal ob im Garten oder im Wald – Zecken kann man fast in ganz NÖ von einem Grashalm abstreifen.WWW.ZECKEN.AT, BAXTER HEALTHCARE GMBH