Erstellt am 10. Januar 2011, 00:00

Angst vor Grippe. IMPFEN NOCH MÖGLICH / Jedes Jahr sorgt die Influenza für hohes Fieber und Gelenksschmerzen. Heuer kursiert wieder H1N1 (Schweinegrippe). Die aktuelle Grippeimpfung schützt davor.

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VON CHRISTINE HAIDERER

In Großbritannien und Frankreich macht sich die Grippe schon breit. In anderen Ländern nimmt die Zahl der Betroffenen zu. Und in Österreich gab es den ersten Todesfall (ein Bayer in Salzburg). „Die Grippewelle nähert sich Österreich“, glaubt auch Monika Redlberger-Fritz vom Department für Virologie der Medizinischen Uni Wien.

Die Kinder als Ausgangspunkt

Den Ausbruch der Grippewelle fördern könnte das Ende der Ferien. Die Kinder treffen sich wieder, stecken sich gegenseitig an. Durch Niesen, Husten oder Händedruck. Auch wenn ein Betroffener einen Gegenstand berührt und das Virus dort hinterlässt, kann man sich so anstecken. Daher häufig Hände waschen und nur in Taschentuch husten. Zu Hause wiederum kommen die Kinder in Kontakt mit Geschwistern, Eltern und Großeltern. Und die Grippe breitet sich aus.

Die gute Nachricht: „Es ist noch ein vernünftiger Zeitpunkt, sich impfen zu lassen“, meint Redlberger-Fritz. Zehn bis 14 Tage später kann die Grippe dann kommen. Und das tut sie heuer auch mit dem H1N1-Virus. Da eine Komponente der aktuellen Grippeimpfung dieses Virus aber betrifft, kann man sich mit der Impfung davor schützen. Wer vergangenen Winter zur großen Pandemieimpfung gegangen ist, sollte sich neu impfen lassen, da der Impfschutz nicht so lange hält. Impfen lassen sollten sich insbesondere Über-60-Jährige, Schwangere (da die Grippe bei ihnen einen schweren Verlauf haben kann) und junge Menschen. Immerhin: „Aus dem letzten Jahr weiß man, dass überdurchschnittlich viele junge Personen und Kinder von der Grippe betroffen sind“, so Karl Zwiauer, Leiter der Kinder- und Jugendabteilung am Landesklinikum St. Pölten. Für Kinder gibt es eigene Impfungen, die ab dem 6. Lebensmonat möglich sind. Und auch „alle, die chronisch krank, übergewichtig sind, die Asthma, Herzkrankheiten oder Stoffwechselerkrankungen, einen Immundefekt haben, sind besonders gefährdet“. Nicht gleich impfen lassen sollte man sich, wenn man wirklich krank ist (Fieber …). Zwei Wochen später geht es meist aber wieder.

Charakteristisch bei allen: hohes Fieber

Typische Symptome für die echte Grippe bei Erwachsenen sind Glieder-, Gelenks- und Kopfschmerzen und hohes Fieber. Bei Kindern aber gilt: „Je kleiner, desto unspezifischer sind die Symptome.“ Bei ihnen kann sich die Grippe auch dadurch äußern, dass sie nicht mehr trinken, müde schauen, schlecht aussehen, ruhig sind oder raunzen. Nur hohes Fieber (über 39 Grad) ist in allen Altersgruppen gleichermaßen ein Hinweis.