Erstellt am 09. Januar 2012, 00:00

aus der Heimat. Paradewinzer sind auch bei der Sekterzeugung absolute Topklasse.

Fertige Winzersekte, hergestellt nach der Methode Champenoise, warten nur noch darauf, etikettiert, verkauft und getrunken zu werden. Prost!  |  NOEN
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VON CHRISTIAN BAYR

Zu Silvester und im Fasching ist traditionell die Zeit, in der in Österreich am meisten Sekt konsumiert wird. Rund 23 Millionen Flaschen des prickelnden Weins gehen dabei alljährlich über die heimischen Ladentische.

Auf der Suche nach Spezialitäten greifen immer mehr Konsumenten nach den so genannten Winzersekten, wobei es sich bei denen um Qualitätsschaumweine aus einem Weinbaugebiet handelt. Niederösterreichs Paradeweingüter wie Bründlmayer, Pfaffl, Steininger oder Malat spielen auch hier die erste Geige.

Die Bezeichnung Winzersekt darf nur verwendet werden, wenn die Trauben aus dem eigenen Betrieb stammen, in traditioneller Flaschengärung verarbeitet werden und Sorte und Jahrgang am Etikett angegeben sind.

Viele der heimischen Topwinzer versekten ihre Grundweine allerdings nicht selbst, sondern bedienen sich dafür eigener Spezialisten wie etwa der Sektkellerei Inführ in Klosterneuburg. Beim niederösterreichischen Parade-Weingut Willi Bründl-mayer in Langenlois macht der Sekt rund zehn Prozent der Menge und 15 Prozent des Umsatzes aus. Bereits 1989 brachte er seinen ersten Bründlmayer brut auf den Markt, vor einigen Jahren folgte der Rosé. „Handarbeit verleiht unserem Rosé seine besondere Identität.“ Marketing-Chef Thomas Klinger ergänzt: „Für unsere Sekte stellen wir erfreulicherweise stetig steigendes Interesse fest, die Zukunft sehen wir vor allem in der gehobenen Hotellerie und Gastronomie.“

Ums Eck zuhause ist der zweite Top-Sektproduzent Niederösterreichs, Karl Steininger.

„Wir wollen auch beim Schaumwein die Vielfalt der Sorten, die verschiedenen Jahrgänge und die Herkunft der Grundweine dem Konsumenten näher bringen. Und wir wollen aufzeigen, dass Winzersekte hervorragende Speisebegleiter sind.“

In seiner Weinerlebniswelt Loisium kann man, übrigens, rund 25 heimische Schaumweine verkosten.

Für Judith Hartl von den Niederösterreichischen Landesweingütern sind Winzersekte ein edles Produkt und eine genussvolle Aufwertung für die normale Produktpalette. Sechs verschiedene Schaumweine umfasst derzeit das Angebot der vier Landesweingüter: „Gerade als hochwertiges Geschenk kommen unsere Winzersekte immer mehr in Mode, und die Regionalität spielt eine wichtige Rolle.“

Auch im Weingut Pfaffl in Stetten greifen die Konsumenten vermehrt nach dieser Spezialität, wie Roman Pfaffl bestätigt: „Unser Sekt wird, ganz der Philosophie des Hauses entsprechend, aus Grünem Veltliner gemacht, das ist eine echte Rarität.“ Für Michael Moosbrugger vom Weingut Schloss Gobelsburg kommt nur das Beste für die Sektproduktion in Frage: „Für unseren Brut Reserve verwenden wir nur das Herzstück unserer Traubenproduktion, für uns ist die Herstellung eines Spitzenschaumweins die Königsklasse in der Weinproduktion, wir produzieren jedenfalls alles selbst.“

Seit vielen Jahren werden die heimischen Winzersekte im Flaschengärverfahren hergestellt, früher bekannt unter dem Namen „Methode Champenoise“. Dabei wird der Sektgrundwein für die zweite Gärung mit Zucker und Hefe versetzt und in die Sektflasche gefüllt. Der Zucker wird danach von den Hefen in Kohlensäure und Alkohol aufgespalten. Bis zur Entfernung des Hefepfropfens bleiben die Flaschen kopfüber in sogenannten Rüttelpulten gelagert, wobei während der Flaschenreife diese immer wieder – zum Teil sogar per Hand – gerüttelt werden.

Seit 1994 darf der Begriff „Methode Champenoise“ allerdings nur mehr für französische Spitzenschaumweine aus der Champagne verwendet werden, weil sich die cleveren Franzosen diesen Begriff mittels EU-Verordnung schützen haben lassen.