Erstellt am 11. Oktober 2010, 00:00

Bohne mit NÖ Wurzeln. Soja gibt es schon lange in NÖ. In letzter Zeit steigen aber Nachfrage und Anbau.

Soja PK in Bruck ad. Leitha, Okt.6 2010  |  NOEN
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Sie ist klein, stammt aus Ost-Asien und wird in NÖ immer beliebter: die Sojabohne.

Ganz neu ist sie hier zu Lande aber nicht. Denn schon bei der Weltausstellung 1873 fand sie ihren Weg nach Wien, danach gab es erste Anbauversuche und 1922 wurde in NÖ sogar eine Sojasorte kultiviert: die „Platters Gelbe“, die erste in der westlichen Welt gezüchtete Sorte.

Nach vielen Jahren, in denen es eher ruhiger um die Wunderbohne wurde, erlebt sie seit etwa zehn Jahren eine Renaissance. Und wird seit dem immer beliebter.

Nicht zuletzt aufgrund ihrer vielen positiven Eigenschaften. Immerhin sind Sojamilch, Tofu und Soja-Joghurt nicht nur eine gute Alternative zum Beispiel für Menschen mit Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit). Außerdem: „Sie sind ideale Zutaten für eine schlanke, gesunde Küche“, so Kochbuchautorin Elisabeth Fischer. Unter anderem besitzen sie viele Schutzstoffe, wie etwa Phytoöstrogene, die das Brust- und Prostatakrebsrisiko senken, oder Isoflavone, die den Blutdruck senken. Und: „Als Tüpfelchen au dem i lassen uns Sojaprodukte dazu jung aussehen, sie halten die Haut straff und die Haare dicht“, verrät ihr Buch „Soja, der leichte Genuss“ (Kneipp Verlag) darüber hinaus.

Die Bedeutung  von Soja steigt

Umso mehr steigt das Interesse. Und so finden Soja-Fans bereits über 140 verschiedene Produkte in den Regalen. „Der Anbau von Soja gewinnt für uns niederösterreichische Landwirte an Bedeutung“, erklärt Leopold Pischinger, Bio Landwirt und Soja-Pionier aus Watzelsdorf. „So hat sich die Anbaufläche von 2900 Hektar im Jahr 2009 auf knapp 6300 Hektar im heurigen Jahr mehr als verdoppelt.“ Auch findet Soja hier in NÖ sehr gute Bedingungen vor. „Die Ausläufer des pannonischen Klimas in den niederösterreichischen Sojaanbau-Regionen tragen dazu bei, dass sich der Stickstoffsammler Soja wohl fühlt und gedeiht.“

Insgesamt werden Sojabohnen heuer österreichweit auf 34.000 Hektar angebaut. Neben Niederösterreich sind vor allem Oberösterreich und das Burgenland starke Produzenten.

„Vor allem im Premium-Bereich der Soja-Lebensmittel steigt die Nachfrage. Hier kommt uns auch der gentechnikfreie Weg in der Landwirtschaft zugute“, erklärt Matthias Krön, Obmann des Vereins Soja aus Österreich. Er geht von einem „Flächenzuwachs von 3000 bis 4000 Hektar pro Jahr in Österreich“ aus. Was übrigens die Erntemenge betrifft, liegt Österreich innerhalb der EU als Soja-Anbauregion auf Platz 2 nach Italien.

www.soja-aus-oesterreich.at

Bio-Landwirt Leopold Pischinger aus Retz, NÖ-Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes und Kerstin Stava, Geschäftsführerin von Landgarten Naturprodukte in Bruck/L.SOJA AUS ÖSTERREICH / BILL LORENZ