Erstellt am 23. August 2010, 09:31

Brennende Anzeichen. SCHMERZEN / Schon bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung sollte man zum Arzt, um schwerwiegende Folgen zu verhindern – und um andere Ursachen auszuschließen.

Blasenentzündungen treffen vor allem Frauen.  |  NOEN
VON CHRISTINE HAIDERER

Ein nasser Badeanzug im Urlaub, ein kalter Stein im Garten, eine verregnete Sommertheateraufführung … So manche Sitzgelegenheit oder so manches nasse Kleidungsstück können Folgen haben – eine Blasenentzündung zum Beispiel.
Typisch dafür sind häufiger Harndrang, Schmerzen beim Harnlassen und ein Brennen in der Harnröhre. Bei solchen Anzeichen sollte man sofort zum Arzt gehen. Zum einen: „Weil hinter den Symptomen auch eine Krankheit stecken kann“, so Hermann Reiter, Leiter der Abteilung für Urologie im Landesklinikum Waidhofen/Thaya. Treten die Symptome häufiger auf, kann auch ein Blasenkarzinom dahinter stecken. Zum anderen sollte man zum Arzt, weil eine Blasenentzündung, die nicht behandelt wird, schwerwiegende Folgen haben kann: So kann es zu einer Nierenbeckenentzündung kommen, bei der Vereiterungen oder gar eine lebensbedrohliche Urosepsis (Keime gelangen in die Blutbahn) möglich sind. „Wenn man es nicht behandelt, kann es chronisch werden.“

Folgen sind eine Entzündung der Schleimhaut oder der Blasenwand. „Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Schrumpfblase“, warnt Reiter. Überdies können chronische Blasenentzündungen „Wegbereiter für anderen Krankheiten sein wie bösartige Geschwülste“,
Die gute Nachricht: „90 Prozent sind banale Infekte.“ Und: „Die sind relativ leicht mit Antibiotika zu behandeln.“ Die schlechte Nachricht: Es gibt auch Formen, bei denen die üblichen Präparate nicht helfen. Dann ist ein Antibiogramm notwendig.

Besonders von Blasenentzündungen betroffen sind übrigens Frauen, weil ihre Harnröhre kürzer ist. Egal welchen Alters. Bei älteren Patientinnen tritt sie aufgrund des Hormonmangels zunehmend auf. Und bei jüngeren Frauen kann es zur Honeymoon-Zystitis (Flitterwochen-Blasenentzündung) kommen.
Ebenfalls anfälliger ist man bei einem Rückfluss (Reflux) von der Blase in die Niere. Handelt es sich dabei um einen geringen Reflux, kann eine antibiotische Dauerprophylaxe helfen. Bei starkem Reflux kann eine Operation nötig sein. Wer vorbeugen will, sollte reichlich Flüssigkeit trinken. Und auch Preiselbeer- beziehungsweise Cranberry-Präparate können gut helfen.