Erstellt am 11. Dezember 2013, 11:00

von Christine Haiderer

Brustkrebs erkennen. Programm / Mehr Frauen zu erreichen, und so auch die, die betroffen sind, aber es nicht wissen, ist ein Ziel des Mammografie-Screenings.

Von Christine Haiderer

Jedes Jahr erkranken in Österreich rund 5.000 Frauen neu am Brustkrebs. Das neue Mammografie-Screening will in Zukunft die Sterblichkeitsrate weiter senken, eine schonendere Behandlung durch Früherkennung ermöglichen und die Heilungschancen verbessern.

Einladesystem soll viele Frauen zur Mammografie bringen

Dazu erhalten ab 1. Jänner alle Frauen zwischen 45 und 69 Jahren im Laufe der nächsten zwei Jahre eine schriftliche Einladung. Mit dieser kann die Frau dann direkt zum Radiologen gehen und einen Termin ausmachen. Es ist keine Zuweisung durch einen Arzt mehr nötig.

Manfred Brunner von der Vorarlberger Gebietskrankenkasse: „Das Einladesystem ermöglicht einen niederschwelligen Zugang. Ein Ziel ist es, möglichst viele Frauen zur Mammografie zu bekommen.“ Und damit auch die, die sich bisher nicht um diesen Vorsorge-Check gekümmert haben, oder die, die unwissend krank sind.

Wir wollen falsche Diagnosen verhindern“

Dann wird mit einem digitalen Gerät die Mammografie durchgeführt. Bei manchen auch eine Ultraschall-Untersuchung. Zum Beispiel, wenn das Brustgewebe dicht ist und man bei Mammografie-Bildern einen Knoten übersehen könnte.

Die Mammografie-Bilder werden von zwei Radiologen unabhängig voneinander begutachtet („Wir wollen falsche Diagnosen verhindern“, so Gesundheitsminister Alois Stöger) und die Ergebnisse per Post zugeschickt. Besteht ein Verdacht, wird die Frau zu einem Gespräch eingeladen. Ist hingegen alles in Ordnung, wird sie erst wieder nach zwei Jahren eingeladen.

Einladung kann auch angefordert werden

Frauen, die zur Mammografie gehen wollen, aber zwischen 40 und 44 oder 70 und 74 sind, und Frauen, die erst in zwei Jahren wieder eingeladen werden, aber schon früher wollen, können telefonisch eine Einladung anfordern. Auch Nicht-Versicherte können sich an die Gebietskrankenkassen wenden.

Umgekehrt bedeutet eine Einladung nicht, dass man hingehen muss. Bei der Entscheidung, ob oder ob nicht (immerhin gibt es auch eine Strahlenbelastung), können zum Beispiel der Infofolder in sechs Sprachen oder die Internetseite helfen. Diese Info-Möglichkeiten sind laut Patientenanwalt Gerald Bachinger für die Patientinnen besonders wichtig – „damit sie eine selbstbestimmte Entscheidung treffen können“.

In NÖ qualifizierten sich alle Standorte

Neu ist auch die Dokumentation der Daten. Und: Die Radiologen müssen zertifiziert sein. Dazu sind spezielle Schulungen zu absolvieren, ein Nachweis von einer jährlichen Mindestanzahl von 2.000 Befundungen nötig usw. „Die Hälfte der Radiologen konnte sich qualifizieren“, so Franz Frühwald, Obmann der Bundesfachgruppe Radiologie. Insgesamt 190 Standorte und 569 Radiologen.

Bei den Restlichen gibt es viele, die keine Mammografie anbieten, und Einzelne, die sich nicht qualifizieren konnten. Und wer hat sich in NÖ qualifiziert? „Alle Radiologie-Standorte“, so der St. Pöltner Radiologe. Insgesamt sind das 32 mit 102 Radiologen.

Übrigens: Die diagnostische Mammografie gibt es weiterhin. Egal wie alt die Frau ist. Sie wird dann durchgeführt, wenn ein Verdacht auf Brustkrebs besteht, eine familiäre Vorbelastung oder ein erhöhtes genetisches Risiko vorliegt oder die Frau bereits an Brustkrebs erkrankt ist.

Hotline: 0800 / 500 181

www.frueh-erkennen.at