Erstellt am 28. März 2011, 07:49

Co-Abhängigkeit. WINFRID JANISCH, NÖLP-Vorsitzender aus Mödling, über Angehörige von Suchtkranken.

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Egal ob Eltern, Geschwister, Partner- Innen oder FreundInnen – alle Angehörigen von Suchtkranken sind mitbetroffen, leiden unter der Sucht, und nicht selten unterstützen sie das Suchtverhalten – ohne es zu wissen. Suchtkranke finden in ihrem Umfeld immer Personen, an die sie die Verantwortung für das eigene Leben abgeben wollen. Das gehört zu ihrem Krankheitsbild.

Co-Abhängige sind meist Menschen, denen es Freude macht, anderen zu helfen. In Verbindung mit Suchtkranken werden sie dabei allerdings oft zu „hilflosen Helfern“. Je mehr sie die Verantwortung übernehmen, desto weniger Selbstverantwortung zeigen die Abhängigen. Wir alle kennen beispielsweise Ehefrauen von Alkoholikern, die ihnen die Trunksucht zwar vorwerfen, darunter leiden, ihnen aber weiterhin den Alkohol heimtragen.

Besonders gefährdet, co-abhängig zu werden, sind Kinder von Suchtkranken, die sehr früh beginnen, die Verantwortung für ihre Eltern zu übernehmen. Auf eigene Bedürfnisse vergessen sie dabei, und nicht selten fällt die spätere Partnerwahl wieder auf eine süchtige Person.

Co-Abhängigkeit wird als Komplementär-Sucht verstanden. Das Suchtmittel Co-Abhängiger ist es also, gebraucht zu werden. Co-abhängiges Verhalten zeigt sich oft lange, bevor daraus eine Sucht wird. Wenn wir es dringend brauchen, gebraucht zu werden, für andere um jeden Preis hilfreich sein wollen, ihnen Dinge aus der Hand nehmen, die sie selbst erledigen könnten und sie damit von uns abhängig machen.www.psychotherapie.at/noelp

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